„Nakba“-Protestcamp am Ort der Judendeportation?
07. Mai 2026 – 20. Ijar 5786
AboAngebote PrintAbo-Service
AboAngebote PrintAbo-Service
»Nakba«-Protestcamp am Ort der Judendeportation?
Auf dem ehemaligen Juden-Sammelplatz soll wieder ein antiisraelisches Camp errichtet werden. Die Jüdische Gemeinde und die Stadt Hamburg fordern die Verlegung an einen anderen Ort
Die Moorweide im Stadtteil Rothenbaum, ganz in der Nähe des Bahnhofs Dammtor, diente im Zweiten Weltkrieg als zentraler Sammelplatz, von dem aus rund 6000 Hamburger Juden sowie Sinti und Roma in die NS-Todeslager deportiert wurden. Seit 1983 gibt es dort auch ein Denkmal, das an die Verbrechen erinnert. »Vergesst nicht, seid wachsam« ist darauf zu lesen.
Nun soll ausgerechnet an diesem Ort zum zweiten Mal nach 2024 ein »Protestcamp« gegen Israel errichtet werden. Es trägt den Titel »Stop Nakba Now« und soll eine Woche lang vom 9. bis zum 16. Mai stehen bleiben. Zu den Mitorganisatoren der Aktion zählt die Gruppe »Thawra Hamburg«. Sie wird vom Hamburger Landesamt für Verfassungsschutz seit dem vergangenen Jahr als extremistische Vereinigung eingestuft und nachrichtendienstlich beobachtet.
Eine Klage gegen die Einstufung wurde zurückgezogen, nachdem die Richter in einem Verfahren durchblicken ließen, dass ihrer Auffassung nach Thawra die gewaltsamen Angriffe von terroristischen Gruppen gegen Israel befürworte.
Jüdische Gemeinde: »Zynische Verhöhnung der Schoa-Opfer«
2024 stand das damalige Protestcamp – entgegen der ursprünglichen Anmeldung – vier Monate lang am Rande der Grünfläche, gegenüber dem Dammtor-Bahnhof. Für Philipp Stricharz, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde, ist die Wiederholung dieser Aktion ein Unding und eine »zynische Verhöhnung der Schoa-Opfer«. Und das nicht nur wegen des historischen Ortes.
»Vor zwei Jahren bedeutete das Protestcamp, dass monate älang jeder Student, der die nahegelegene Uni besuchte, und........
