menu_open Columnists
We use cookies to provide some features and experiences in QOSHE

More information  .  Close

Das Ende des Krieges und der Beginn der Liebe

14 0
28.07.2026

28. Juli 2026 – 14. Aw 5786

AboAngebote PrintAbo-Service

AboAngebote PrintAbo-Service

Das Ende des Krieges und der Beginn der Liebe

Am Dienstagabend beginnt der »jüdische Valentinstag«. Der fünfzehnte Tag des hebräischen Monats Aw steht für einen alten Brauch der Liebe und der zeitlosen Kraft menschlicher Verbundenheit

Tu beAw, der fünfzehnte Tag des hebräischen Monats Aw, war zur Zeit des Zweiten Tempels ein Tag des Sommers, der Freude und der Hoffnung. Die Frauen kleideten sich in weiße Gewänder, die sie oft voneinander ausliehen – als Zeichen von Solidarität und Gleichheit – und tanzten zwischen den Weinbergen. Es war ein Fest der Begegnung, der Liebe und der Entstehung neuer Beziehungen unter der warmen Augustsonne und zwischen den Früchten des Weinstocks. Dieser Brauch stand vermutlich im Zusammenhang mit alten Erntefesten rund um die Weinlese.

Im Alten Orient war Krieg weitgehend saisonabhängig. Militärische Feldzüge fanden meist im Frühjahr statt, während die große Sommerhitze die Bewegung von Heeren und die Durchführung von Schlachten erschwerte. Der Monat Aw wurde daher zu einer Zeit der Pause – einer Gelegenheit, Konflikte hinter sich zu lassen und den Blick wieder auf das Leben, die Gemeinschaft und die Zukunft zu richten. Es war eine Zeit, um Liebe und Frieden zu feiern, aus Hoffnung heraus aufzubauen und sich eine bessere Welt vorzustellen.

Die Töchter Jerusalems

Die wenigen Details, die wir über dieses Fest besitzen, finden sich im Talmud, genauer gesagt im Traktat Taanit 26b:

»Es gab keine freudigeren Tage für das jüdische Volk als den fünfzehnten Aw und Jom Kippur. An diesen Tagen gingen die Töchter Jerusalems in weißen Kleidern hinaus, die jede Frau von einer anderen geliehen hatte. Warum waren die Kleider geliehen? Damit niemand beschämt würde, der keine eigenen weißen Gewänder besaß. Alle geliehenen Kleider mussten rituell eingetaucht werden, da ihre vorherigen Trägerinnen möglicherweise rituell unrein gewesen waren.«

Der gleiche Abschnitt setzt sich mit der Frage auseinander, wie wahre Liebe erkannt werden........

© Juedische Allgemeine