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Wer die Wohnung von René Benko mieten will, muss einiges beachten

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02.08.2025

Da sage doch einer, es gebe keine interessanten Mietobjekte mehr in der Hauptstadt: Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete neulich von folgendem Mietangebot in Berlin: elf Zimmer, acht Bäder, 1100 Quadratmeter, in zentraler Lage. Die Wohnung gehörte René Benko, dessen Immobilienimperium gerade zerbröselt wie Blätterteig im Sommer. Jetzt soll das Penthouse Rendite bringen, während sein Erbauer in Untersuchungshaft sitzt.

Das entscheidende Wort in der Anzeige lautet „fully furnished“. Fertig möbliert. In Berlin werden Mieten reguliert, aber wer Sofa und Bett mitvermietet, ist davon befreit. Ein Tisch aus Naturstein und zwei Designlampen verwandeln Wohnraum in ein „Serviceprodukt“.

Die Grundmiete bleibt formal moderat, doch die Servicepauschale, in der sich die gesamte Einrichtung versammelt, schnellt davon wie ein Champagnerkorken, als bei Benkos Signa-Holding noch die Profite sprudelten.

Nun wird Benko sein Domizil auf absehbare Zeit nicht nutzen können, und es öffnet sich für den Mietmarkt. Das könnte für die Hauptstadt eine Chance sein. Schließlich gibt es ja etliche Reiche, die in Berlin eine Zweit- und Drittwohnung unterhalten. Je mehr von denen in Schwierigkeiten geraten, desto mehr Objekte sind nutzbar – bis die Besitzer wieder zurück aus dem Gefängnis sind.


© Handelsblatt