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Die drei Fehlannahmen des Donald Trump im Iran

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05.03.2026

Die drei Fehlannahmen des Donald Trump im Iran / Neuer Wirtschaftsweiser

Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

stell Dir vor, Du zettelst einen Krieg an und hast Dein Waffenarsenal überschätzt. Das könnte Donald Trump passiert sein. Es mehren sich Berichte, dass sowohl Israel als auch die USA wichtige Waffensysteme nur begrenzte Zeit einsetzen können.

stell Dir vor, Du zettelst einen Krieg an und hast Dein Waffenarsenal überschätzt. Das könnte Donald Trump passiert sein. Es mehren sich Berichte, dass sowohl Israel als auch die USA wichtige Waffensysteme nur begrenzte Zeit einsetzen können.

Der Militärexperte Frank Sauer von der Universität der Bundeswehr sagte meinem Kollegen Markus Fasse:

Als Beispiel nennt er den Marschflugkörper Tomahawk oder die Raketenabwehrsysteme Patriot. Der Irankrieg ist keine sechs Tage alt und die leeren Waffenkammern wären nicht die erste Fehleinschätzung Trumps:

Kein Ziel für die Angriffe definiert: Zwar bemühen sich Vize JD Vance und Außenminister Marco Rubio nun, von einem Ausschalten der iranischen Atomkapazitäten als Kriegsziel zu sprechen. Doch selbst der um Wohlwollen bemühte Bundeskanzler sagte auf seiner Rückreise aus Washington in der Nacht auf Mittwoch, einen Plan Trumps habe er nicht erkennen können.

Keine neuen Machthaber aufgebaut: Immer unklarer wird, wer nach dem Tod des religiösen Führers Ali Chamenei die Macht im Iran übernehmen soll. Drei Kleriker-Namen kursieren. Keiner davon wäre wohl moderater als Chamenei – und damit wenig gewonnen.

Wirtschaftliche Folgen: Rohstoffpreise steigen, Asiens Aktienmärkte stürzen ab, die Inflationsgefahr wächst. Für den Fall, dass der Krieg nicht zügig endet, warnt der neue deutsche Wirtschaftsweise Gabriel Felbermayr: „Die Folgen sind kaum auszumalen.“ Das trifft ironischerweise auch Trump: Seit Amtsantritt hat er fast alles dafür getan, den Dollar zu schwächen. Nun steigt er wieder.

Womöglich rächt sich da, dass Trump den Befehl zum Angriff aus einem „Bauchgefühl, Iran würde die USA angreifen“ gegeben hat. Das sagte seine Sprecherin gestern Abend. Für Häme ist das kein Grund. Noch immer ist es nicht ausgeschlossen, dass Trumps Offensive glückt. Wenn, dann wohl nicht wegen Trumps Planung – sondern trotz.

Der neue Wirtschaftsweise und die Ordnungspolitik

Zwischen all den schlechten Nachrichten der Woche habe ich eine gute entdeckt: Deutschland könnte wieder ein ernsthaftes Ökonomengremium bekommen, das die Bundesregierung berät. Das legt ein Interview meines Kollegen Julian Olk mit dem Handelsökonomen und neuen Wirtschaftsweisen Gabriel Felbermayr nahe.


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