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Viele Analysten unterschätzen das Inflationstrauma der EZB

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19.03.2026

Wie wird die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Energiepreisschock umgehen? Investoren an den Finanzmärkten haben ihr Urteil längst gefällt. Die aus Zinsgeschäften abgeleiteten Inflationserwartungen sind merklich gestiegen, die Renditen von Bundesanleihen ebenfalls. Im Juni erwarten die Märkte eine Zinserhöhung, im Oktober die zweite.

Die meisten Ökonomen in Geschäftsbanken sind da viel zurückhaltender. Sie packen das Lehrbuch aus, um zu erklären, warum die EZB vermutlich noch eine ganze Weile abwarten dürfte, sollte, müsste. „Vorübergehend“ – im Englischen „transitory“ – ist für so manchen jetzt wieder das Wort der Stunde. Soll heißen: Die Inflation wird wieder sinken, wenn die Energiemärkte sich erst mal beruhigt haben.

Nun handeln die Märkte tendenziell impulsiv, Ökonomen eher analytisch. Das muss nicht schlecht sein. Doch viele Experten vernachlässigen in ihrer Kalkulation aktuell den menschlichen Faktor der Geldpolitik: Kein Euro-Hüter möchte sich nachsagen lassen, den gleichen Fehler innerhalb weniger Jahre zweimal zu machen.

Die Notenbanker haben den Inflationsschub unterschätzt

Vor vier Jahren begann die EZB erst dann, die Leitzinsen zu erhöhen, als die Inflation außer Kontrolle geraten war. Die Notenbanker hatten mit Blick auf ihre Modelle und Lehrbücher den gewaltigen Inflationsschub unterschätzt. Viele von ihnen haben das bereut und sich geschworen, das nicht noch einmal zuzulassen.

Wie wird die Europäische Zentralbank (EZB) mit dem Energiepreisschock umgehen? Investoren an den Finanzmärkten haben ihr Urteil längst gefällt. Die aus Zinsgeschäften abgeleiteten Inflationserwartungen sind merklich gestiegen, die Renditen von Bundesanleihen ebenfalls. Im Juni erwarten die Märkte eine Zinserhöhung, im Oktober die zweite.

Die meisten Ökonomen in Geschäftsbanken sind da viel zurückhaltender. Sie packen das Lehrbuch aus, um zu erklären, warum die EZB vermutlich noch eine ganze Weile abwarten dürfte, sollte, müsste. „Vorübergehend“ – im Englischen „transitory“ – ist für so manchen jetzt wieder das Wort der Stunde. Soll heißen: Die Inflation wird wieder sinken, wenn die Energiemärkte sich erst mal beruhigt haben.

Nun handeln die Märkte tendenziell impulsiv, Ökonomen eher analytisch. Das muss nicht schlecht sein. Doch viele Experten vernachlässigen in ihrer Kalkulation aktuell den menschlichen Faktor der Geldpolitik: Kein Euro-Hüter möchte sich nachsagen lassen, den gleichen Fehler innerhalb weniger Jahre zweimal zu machen.

Die Notenbanker haben den Inflationsschub unterschätzt

Vor vier Jahren begann die EZB erst dann, die Leitzinsen zu erhöhen, als die Inflation außer Kontrolle geraten war. Die Notenbanker hatten mit Blick auf ihre Modelle und Lehrbücher den gewaltigen Inflationsschub unterschätzt. Viele von ihnen haben das bereut und sich geschworen, das nicht noch einmal zuzulassen.


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