Ein Rücktritt Lagardes wäre der falsche Schritt aus den richtigen Gründen
Räumt Christine Lagarde ihren Posten an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) vorzeitig? Entsprechende Gerüchte machen seit dem Rücktritt des französischen Notenbankchefs Francois Villeroy de Galhau die Runde und bekommen durch einen Bericht der „Financial Times“ neue Nahrung. Demnach will Lagarde noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 die EZB verlassen.
Das Motiv hinter den Rücktrittsplänen soll das gleiche sein wie bei Villeroy de Galhau. Demnach will auch Lagarde, dass der französische Präsident Emmanuel Macron über ihre Nachfolge mitentscheiden darf und nicht die extremen Rechten des Rassemblement National (RN) rund um Marine Le Pen, denen bei der Wahl gute Chancen eingeräumt werden.
Diese Beweggründe wären angesichts der Euro-skeptischen Positionen des RN durchaus ehrenhaft. Zwar fordern die Rechtspopulisten nicht mehr den Ausstieg aus dem Euro, aber eine Art „Subversion von innen“ wäre für die Währungsunion fast genauso gefährlich. Dennoch wäre Lagardes Rücktritt ein falscher Schritt, wenn auch aus den richtigen Gründen.
Die EZB-Präsidentin würde die Notenbank damit weiter politisieren. Eine Zentralbankerin, die zurücktritt, weil ihr ein potenzielles Ergebnis einer demokratischen Wahl nicht passt, sendet das falsche Signal. Notenbanken, die sich derart aktiv ins politische Geschehen einmischen, können sich nicht mehr glaubhaft auf ihre Unabhängigkeit berufen, wenn sie Druck aus der Politik bekommen.
Räumt Christine Lagarde ihren Posten an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) vorzeitig? Entsprechende Gerüchte machen seit dem Rücktritt des französischen Notenbankchefs Francois Villeroy de Galhau die Runde und bekommen durch einen Bericht der „Financial Times“ neue Nahrung. Demnach will Lagarde noch vor der französischen Präsidentschaftswahl im April 2027 die EZB verlassen.
Das Motiv hinter den Rücktrittsplänen soll das gleiche sein wie bei Villeroy de Galhau. Demnach will auch Lagarde, dass der französische Präsident Emmanuel Macron über ihre Nachfolge mitentscheiden darf und nicht die extremen Rechten des Rassemblement National (RN) rund um Marine Le Pen, denen bei der Wahl gute Chancen eingeräumt werden.
Diese Beweggründe wären angesichts der Euro-skeptischen Positionen des RN durchaus ehrenhaft. Zwar fordern die Rechtspopulisten nicht mehr den Ausstieg aus dem Euro, aber eine Art „Subversion von innen“ wäre für die Währungsunion fast genauso gefährlich. Dennoch wäre Lagardes Rücktritt ein falscher Schritt, wenn auch aus den richtigen Gründen.
Die EZB-Präsidentin würde die Notenbank damit weiter politisieren. Eine Zentralbankerin, die zurücktritt, weil ihr ein potenzielles Ergebnis einer demokratischen Wahl nicht passt, sendet das falsche Signal. Notenbanken, die sich derart aktiv ins politische Geschehen einmischen, können sich nicht mehr glaubhaft auf ihre Unabhängigkeit berufen, wenn sie Druck aus der Politik bekommen.
Würde Lagarde Ernst machen, wäre der Auftrag für die Regierungen der Euro-Zone klar: möglichst schnell und möglichst ohne das übliche Postengeschacher und ohne das Gerangel um den Länderproporz die EZB-Nachfolge regeln. Dieser Wunsch mag naiv sein, aber die EZB darf nicht weiter beschädigt werden. Mit der US-Notenbank Fed ringt bereits eine zentrale Institution des Weltfinanzsystems um ihre Glaubwürdigkeit, einen zweiten Wackelkandidaten braucht es nicht.
Mehr: Ungeklärte Machtfrage: Neuer Poker um Lagardes Nachfolge
Erstpublikation: 18.02.2026, 17:41 Uhr.
