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Die neuen deutschen Rüstungsriesen

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16.02.2026

Nun scheint es also erledigt, das geplante Kampfflugzeug mit Frankreich. Statt eines gemeinsamen Fliegers sollen aus dem FCAS-Projekt zwei Flugzeuge entstehen, so fordert es die deutsche Industrie. Nach jahrelanger Vorarbeit stehen die Zeichen auf Trennung.

Das ist konsequent, besteht der französische Flugzeugbauer Dassault doch auf einer Führungsrolle, die von der deutschen Industrie nicht akzeptiert wird. Die von Deutschland dominierte Airbus-Tochter Defence and Space und ihre Zulieferer wollen einen eigenen Kampfflieger bauen und suchen dafür kleinere Partnernationen.

Solch ein Auftreten ist neu. Jahrzehntelang hat sich Deutschland bei großen multinationalen Rüstungsprojekten eher in die Juniorrolle begeben. Berlin hat seine Anteile bezahlt, auf Wertschöpfung gepocht und dafür gesorgt, dass Länder wie Saudi-Arabien nicht beliefert werden.

Das ist mit der Zeitenwende vorbei. Deutschland genehmigt sich über Schulden mit Abstand den höchsten Verteidigungshaushalt in Europa. Frankreich, Großbritannien und Italien können da nicht mitgehen. Sie haben diesen Kredit an den Finanzmärkten nicht – sind aber auch geografisch weniger von Russland bedroht.

Nun scheint es also erledigt, das geplante Kampfflugzeug mit Frankreich. Statt eines gemeinsamen Fliegers sollen aus dem FCAS-Projekt zwei Flugzeuge entstehen, so fordert es die deutsche Industrie. Nach jahrelanger Vorarbeit stehen die Zeichen auf Trennung.

Das ist konsequent, besteht der französische Flugzeugbauer Dassault doch auf einer Führungsrolle, die von der deutschen Industrie nicht akzeptiert wird. Die von Deutschland dominierte Airbus-Tochter Defence and Space und ihre Zulieferer wollen einen eigenen Kampfflieger bauen und suchen dafür kleinere Partnernationen.

Solch ein Auftreten ist neu. Jahrzehntelang hat sich Deutschland bei großen multinationalen Rüstungsprojekten eher in die Juniorrolle begeben. Berlin hat seine Anteile bezahlt, auf Wertschöpfung gepocht und dafür gesorgt, dass Länder wie Saudi-Arabien nicht beliefert werden.

Das ist mit der Zeitenwende vorbei. Deutschland genehmigt sich über Schulden mit Abstand den höchsten Verteidigungshaushalt in Europa. Frankreich, Großbritannien und Italien können da nicht mitgehen. Sie haben diesen Kredit an den Finanzmärkten nicht – sind aber auch geografisch weniger von Russland bedroht.

Deutschland wird eine Macht im Weltraum

Mehr Bedrohung, mehr Kredit, mehr Aufrüstung: Nichts wächst in Europa gerade schneller als die deutsche Rüstungsindustrie. Während unsere Nachbarn noch überlegen, ob sie sich mehr Panzer oder Drohnen anschaffen, leistet man sich in Deutschland beides. Mit Milliardensummen wird die Bundeswehr in den kommenden Monaten Großgerät bestellen, befeuert aber gleichzeitig den Wettbewerb unter Start-ups für Drohnen und Robotertechnologien.

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Aus einst dümpelnden Panzerschmieden wie Rheinmetall werden Weltkonzerne, die jetzt auch im Weltraum mitspielen wollen. Denn auch hier soll Deutschland eine Macht werden: Die Bundeswehr will in den kommenden fünf Jahren mindestens so viel Geld für Raketen und Satelliten ausgeben wie die europäische Weltraumagentur Esa. Solche Relationen werden in Europa genau beobachtet.

Die deutsche Aufrüstung ist eine Notwendigkeit der gegenwärtigen Weltlage. Wir können nicht tatenlos zusehen und abwarten, ob Russland uns oder unsere Partner im Baltikum angreift. Projekte wie FCAS dauern zu lange und passen nicht mehr in die Zeit. Insofern braucht es für das Kampfflugzeug einen Neustart, mit oder ohne Frankreich.

Dennoch muss Deutschland aufpassen, über seine Rüstungsoffensive die europäischen Partner nicht an die Wand zu spielen. Das wäre mit Blick auf die deutsche Historie fatal und für unsere Zukunft fahrlässig. Deutschland hat keine Atomwaffen und braucht starke Partner in Europa.

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