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Der Kanzler als Zaungast beim Kriegspräsidenten

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02.03.2026

Der Bundeskanzler kommt aus Peking zurück, während seiner Zwischenstation in Berlin starten die USA gemeinsam mit ihrem Verbündeten Israel einen groß angelegten Angriff gegen den Iran, dann geht es weiter nach Washington.

Mehr geopolitische Relevanz geht nicht, heiklere Diplomatie ist kaum vorstellbar. Das Erstaunliche ist, dass die delikatere der beiden Visiten nicht die beim chinesischen Staatspräsidenten war, sondern die bei seinem amerikanischen Amtskollegen. Und das ist nicht allein der Tatsache geschuldet, dass Donald Trump jetzt Kriegspräsident ist.

In Peking warb der Kanzler um eine Widerbelebung der „strategischen Partnerschaft“, in Washington muss er um eine solche bangen. So weit ist es gekommen.

In manch europäischer Hauptstadt scheint sich inzwischen tatsächlich das unbehagliche Gefühl durchzusetzen, dass die Volksrepublik inzwischen der zuverlässigere, zumindest aber berechenbarere Partner sein könnte  als der einstige Wertepartner jenseits des Atlantiks. Das freilich wird Trump nicht gefallen, ebenso wenig die sanften und kooperativen Töne, die Merz in China angeschlagen hat.

Der Bundeskanzler kommt aus Peking zurück, während seiner Zwischenstation in Berlin starten die USA gemeinsam mit ihrem Verbündeten Israel einen groß angelegten Angriff gegen den Iran, dann geht es weiter nach Washington.

Mehr geopolitische Relevanz geht nicht, heiklere Diplomatie ist kaum vorstellbar. Das Erstaunliche ist, dass die delikatere der beiden Visiten nicht die beim chinesischen Staatspräsidenten war, sondern die bei seinem amerikanischen Amtskollegen. Und das ist nicht allein der Tatsache geschuldet, dass Donald Trump jetzt Kriegspräsident ist.

In Peking warb der Kanzler um eine Widerbelebung der „strategischen Partnerschaft“, in Washington muss er um eine solche bangen. So weit ist es gekommen.

In manch europäischer Hauptstadt scheint sich inzwischen tatsächlich das unbehagliche Gefühl durchzusetzen, dass die Volksrepublik inzwischen der zuverlässigere, zumindest aber berechenbarere Partner sein könnte  als der einstige Wertepartner jenseits des Atlantiks. Das freilich wird Trump nicht gefallen, ebenso wenig die sanften und kooperativen Töne, die Merz in China angeschlagen hat.


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