Schweitzer und Schnieder liefern sich ein zahmes „Duell“ ohne Schärfe
Schweitzer und Schnieder liefern sich ein zahmes „Duell“ ohne Schärfe
Stand: 11.03.2026, 17:13 Uhr
Von: Pitt von Bebenburg
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Vor der Landtagswahl zeigen der Ministerpräsident und sein Herausforderer wenig Kontraste. Die wahrscheindlichen künftigen Koalitionspartner wollen vor allem Fehler vermeiden.
Moderator Sascha Becker ist zufrieden. „Das ist eng beieinander“, stellt er fest, „und das finde ich schön so“.
Seine Bemerkung ist nicht politisch gemeint, sondern bezieht sich auf die Redezeiten des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer (SPD) und seines Herausforderers Gordon Schnieder (CDU) bei ihrer TV-Diskussion im SWR-Fernsehen am Dienstagabend. Doch das Aufeinandertreffen zeigt beide auch politisch so eng beieinander, dass kaum etwas den Titel „Das Duell“ rechtfertigt. Kein Wunder: Beide werden wohl nach der Landtagswahl am 22. März miteinander koalieren.
Schön anzusehen ist das nur für Menschen, die auch ein ereignisloses 0:0 auf dem Fußballfeld zu schätzen wissen. Bloß keinen Fehler machen, scheint die Devise der Spitzenkandidaten zu lauten, deren Parteien in Umfragen Kopf an Kopf liegen. Die Frage ist, wer von beiden in die Staatskanzlei einzieht.
Da stehen also drei Männer in dunklen Anzügen, der Moderator und die beiden Spitzenkandidaten, in einem großen Studio mit Sitzplätzen, die leer bleiben, und bewegen sich kaum. Ihre Mimik bleibt so starr, dass Körpersprachen-Experte Werner Dieball hinterher den Begriff „mumifiziert“ wählt – bezogen auf Schweitzer, der noch seltener lächelt als sein Konkurrent.
Einigkeit ist Trumpf an diesem Abend. Beide nennen enorm steigende Benzinpreise „Abzocke“, befürworten ein Social-Media-Verbot für Kinder und sorgen sich wegen zunehmender Gewalt an einzelnen Schulen. Wer Unterschiede ausmachen will, muss schon genau zuhören. Schweitzer etwa plädiert dafür, dass weiterhin der Elternwille über die Schullaufbahn entscheidet, während Schnieder findet, dass dadurch zu viele Kinder die Gymnasiallaufbahn wählen. Der CDU-Mann will unangekündigte Überprüfungen von Hausaufgaben wieder einführen, die unter Schweitzers Regierung abgeschafft wurden.
Der Sozialdemokrat sieht die Grenzkontrollen der Bundespolizei skeptisch, weil sie Pendlerinnen und Pendler beeinträchtigten, während Schnieder sie migrationspolitisch für notwendig erachtet. Es ist der Ton, der hier die Musik macht: Schweitzer stellt die rund eine Million Menschen mit Migrationsgeschichte in Rheinland-Pfalz heraus, auf die er „stolz“ sei. Schnieder redet über „Messerkriminalität“, die „eine zugewanderte Kriminalität“ sei.
Doch selbst solch drastische Bemerkungen lösen kaum Kontroversen aus. Oder, wie Beobachter Dieball konstatiert: „Jeder Stammtisch hat wirklich mehr Schärfe.“ Dass Schweitzer das Wahl-Rennen als „Kampf meines Lebens“ bezeichnet hat, merkt man ihm jedenfalls nicht an. Etwas lebhafter wird es nur, als es nicht um Inhalte geht, sondern um eine Personalie: Schweitzers Wahlkampf wird von einer Frau gemanagt, die dafür Sonderurlaub von ihrem Job beim Land genommen hat, aber weiter Pensionsansprüche sammelt. Die CDU skandalisiert das jetzt, obwohl es seit mehr als einem Jahr bekannt ist.
Alles rechtlich sauber, betont Schweitzer. Schnieder meint, so eine Vermischung von Tätigkeiten fördere Politikverdrossenheit. Das war’s dann auch schon.
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Am Ende befindet in der nicht repräsentativen SWR-Umfrage eine Mehrheit von 57 Prozent, dass Schnieder seine Sache besser gemacht habe als Schweitzer. Die Wahl wird das wohl nicht entscheiden. Die meisten Menschen, die es sich vor dem Fernseher gemütlich gemacht haben, dürften zeitig eingeschlafen sein.
