Nach der Wahl in Rheinland-Pfalz: Zusammen gegen rechts
Nach der Wahl in Rheinland-Pfalz: Zusammen gegen rechts
Stand: 23.03.2026, 14:34 Uhr
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Alle demokratisch denkenden Menschen müssen gegen den drohenden Faschismus kämpfen – auch die Kirche.
Eigentlich“, sagt eine innere Stimme, „ist es doch zu begrüßen, wenn die Kirche zu politischen Themen Stellung bezieht.“ – „Quatsch“, schreit eine zweite, „die hatten jahrhundertelang das Sagen, das brachte uns doch nur Not und Elend!“ Beide sind gleichermaßen im Recht wie im Unrecht.
Wahr ist, dass Religionen seit Menschengedenken für Kriege und Unheil verantwortlich waren – und immer noch sind. Das reicht von der Frage, ob Beschäftigte bei der Kirche dort Mitglied sein müssen, über einen wie Donald Trump, der Wahlkampf im Namen Gottes führt, bis hin zu Kriegen und Konflikten wie zurzeit im Nahen Osten.
Wahr ist aber auch, dass sich die meisten religiösen Lehren mit den Grundpfeilern einer humanitären Weltgesellschaft decken – wenngleich man aus Werken wie dem Koran oder der Bibel mit etwas bösem Willen auch Gegensätzliches herauslesen kann. Tut man dies nicht, kommt man zu dem Schluss, dass es für Kirchenleute geradezu eine Pflicht ist, sich ins Weltliche einzumischen, um die Gesellschaft vor Unbill zu bewahren.
Die Art, wie das geschehen kann, ist indes nicht immer segensreich. Wenn etwa Papst Leo Nr. 14 konstatiert, dieser Krieg sei „ein Skandal der Menschheit“, ist man rasch versucht, dies als frommes Geschwafel abzutun.
Ähnliche Wallungen kommen auf, wenn die beiden großen Staatskirchen vor Extremismus warnen. Vor Wahlen werden gebetsmühlenartig drohende Gefahren von Linksaußen und Rechtsaußen beschworen. Man solle als Christenmenschen nicht diesen Mächten sein Kreuz schenken. So auch dieses Mal vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz.
Doch – siehe da – es geschah nur vereinzelt und – oh Wunder – es verebbte, je näher der Urnengang rückte. Plötzlich dräute sie nur noch von rechts, die Gefahr. Woher auch sonst? Von links? Vom altväterlichen Vizepräsidenten des Bundestags Bodo Ramelow? Oder von Heidi Reichinnek? Die vermag vielleicht ganze Horden aufrechter Gutmenschen in die Flucht zu plappern, aber eine Gefahr für die Demokratie?
Und weiter links? Ist da was? Etwa das sahrawagenknechtlose Bündnis Sahra Wagenknecht? Das mit Putin genauso rumschmust wie mit der AfD? „Gott bewahre“, dachte man sich wohl in rheinland-pfälzischen Pfarreien und klerikalen Amtsstuben, „aber links ist die nicht und eine Gefahr schon gar nicht“.
So entschloss man sich in der Tat, einen ökumenischen Aufruf für „Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, für eine lebendige Demokratie und für einen sozialen Rechtsstaat“ zu veröffentlichen. Klug geschrieben, fernab jeglichen Gottgeschwafels, unterzeichnet von allen Würdenträgerinnen und Würdenträgern der beiden großen christlichen Kirchen im Wahlgebiet. Und einzweideutig als Warnung vor der AfD zu verstehen – auch wenn diese nie erwähnt wird. Chapeau!
Ob es was genützt hat? Schwer zu sagen. Womöglich hätten die Blaubraunen sonst noch mehr Stimmen erhalten. Jedenfalls muss es so gehen. Wenn alle demokratisch denkenden Menschen ihre persönlichen Interessen hintenan stellen im Kampf gegen einen drohenden Faschismus. Und wer meint, dass auch Beten hilfreich sei, konnte das noch tun. So ein Sonntag ist lang genug.
