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Die nächste Krise kommt nach Europa

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05.03.2026

Die nächste Krise kommt nach Europa

Stand: 05.03.2026, 17:46 Uhr

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Der Iran-Krieg könnte Wirtschaft und Politik erschüttern – doch Europas Regierungen bleiben erstaunlich passiv.

Tausende Tote. Viele Milliarden an unmittelbaren Kriegskosten in den beteiligten Staaten. Und ein neuer Schock für die Weltwirtschaft, von dem niemand weiß, welche Wellen er schlagen wird. Der Iran-Krieg wird auch in Europa eine neue Krise auslösen. Was werden die politischen Folgen dieser Krise sein?

Menschen sind bereit, vieles zu ertragen, wenn sie das Gefühl haben, dass es eine Rechtfertigung gibt für das, was geschieht. Wenn sie den Eindruck haben, dass die, die den Krieg begonnen haben und ihn befehligen, auch wissen, was sie tun.

In diesem Fall wurde der Krieg von einem US-Präsidenten lanciert, der nicht nur von seinen Gegner:innen für unberechenbar und launenhaft gehalten wird. Und von einem israelischen Ministerpräsidenten, der oft genug bewiesen hat, dass ihm das eigene politische Überleben wichtiger ist als das Wohl der Menschen im eigenen Land. Beide haben es bislang nicht geschafft, eine klare Antwort auf die Frage zu geben, welchen Zielen dieser Krieg dient und was überhaupt das Exitszenario ist.

Wo soll das hinführen? Die Antworten auf diese Fragen fallen unterschiedlich aus, je nachdem, wen man fragt. Die israelische Armee sagt, es gehe darum, eine schwere Bedrohung für Israel abzuwenden, das Ziel der Operation sei das Überleben der israelischen Bevölkerung. Israels Regierungschef Netanjahu müsse Bedingungen schaffen, die es „dem tapferen iranischen Volk ermöglichen, das Joch dieses mörderischen Regimes abzuschütteln“. Und US-Präsident Trump sagt, es sei darum gegangen, den Iran anzugreifen, bevor er selbst zur Attacke übergeht.

Im Iran selbst jubeln viele über den Tod Ali Chameneis. Sein Vermächtnis ist es, dass er Zehntausende Menschen töten, foltern und vergewaltigen ließ. Sein Leben ist zu Ende. Hat es aber dafür diesen Krieg gebraucht?

Je länger der Krieg andauert, desto mehr Menschen, auch in Europa, werden die schweren wirtschaftlichen Folgen zu spüren bekommen. Es ist zu fürchten, dass das eintritt, was man von früheren Krisen kennt: Viele werden die Schuld für die Misere in gewohnter Manier den Schwächsten zuschieben. Sie könnten dazu verleitet sein, jene politischen Kräfte zu unterstützen, die dann ihrerseits mit extremen Schritten Fakten schaffen, ohne zu erklären, wohin das führt.

Europas Regierungen haben zum Krieg im Iran bislang wenig zu sagen und wenig Konkretes anzubieten. Sie lassen Trump und Netanjahu tun und äußern leise Bedenken. Auch die Bundesregierung beschränkt sich darauf, zu erklären, dass hier „unsere Verbündeten“ am Werk seien. Kritik an diesem Krieg wird man vielleicht erst hören, wenn der öffentliche Druck zu groß ist – und wenn auch in Deutschland wieder Wahlen anstehen.


© Frankfurter Rundschau