Trump verprellt seine Basis wegen des Iran-Kriegs
Trump verprellt seine Basis wegen des Iran-Kriegs
Stand: 03.03.2026, 15:00 Uhr
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Der US-Präsident bricht sein Wahlversprechen mit der Iran-Eskalation. Die Demokraten müssen diese Schwachstelle jetzt nutzen.
Donald Trump wäre möglicherweise nicht ein zweites Mal Präsident der USA geworden, wenn er im Wahlkampf nicht neue Kriege ausgeschlossen hätte. Vor allem Jüngere in den USA konnte der Rechtspopulist mit dem Versprechen für sich und seine „America First“-Propaganda begeistern. Bei vielen US-Millennials ist der „Militärisch-industrielle Komplex“ aufgrund der traumatisch-verlustreichen Bush-Kriegsjahre zum Schlagwort geworden. Damit wettern sie gegen Profitinteressen der Rüstungsbranche im Zusammenspiel mit der Hardliner-Außenpolitik im Weißen Haus der Nullerjahre. Genau in diese Kerbe konnte Trump schlagen, als er die von den Demokraten hochgehaltenen US-Militärhilfen für die Ukraine infrage stellte und ein schnelles Kriegsende versprach.
Aus Letzterem wurde bekanntlich nichts. Und mit seinem Krieg gegen den Iran, an der Seite von Israel, hat Trump all diese über Jahre wiederholten Ankündigungen endgültig ad absurdum geführt. „America First“ ist Geschichte.
Nachdem das Oberste Gericht Trumps protektionistische Zollpolitik vor wenigen Tagen für ungültig erklärt hat, reißt der Präsident mit der Eskalation im Mittleren Osten die nächste Säule seiner nationalistischen Agenda selbst ein.
In der „Make America great again“-Basis zeigen sich aufgrund der lückenhaften Epstein-Veröffentlichungen sowie der Venezuela-Operation gegen Diktator Nicolás Maduro schon seit Wochen Risse. Nun droht Trump eine Revolte. Die Zustimmungswerte dürften weiter fallen, jetzt, wo erste US-Verluste vermeldet wurden und Trump sogar Bodentruppen im Iran nicht mehr ausschließt.
Auch wenn ein Ende des brutalen Mullah-Regimes wünschenswert ist, müssen allen voran auch die Demokraten Trumps Doppelmoral klar und deutlich verurteilen. Seine Präsidentschaft, die auf unzähligen Übertreibungen, Unwahrheiten und Ungeheuerlichkeiten fußt, öffnet mit dem gebrochenen Wahlversprechen eine empfindliche Schwachstelle.
Die Demokraten müssen anprangern, dass Trump mit seinem kriegerischen Alleingang am US-Kongress vorbei nicht nur den Nahen und Mittleren Osten in maximale Unsicherheit stürzt, sondern auch die eigene Bevölkerung. Die Gründe und Ziele der Militäroperation sind weiter vage. Klar ist dafür, dass sie für das US-Militär viel einschneidender werden wird als die eintägige Venezuela-Mission. Der Krieg könnte auch zu steigenden Benzinpreisen und wirtschaftlicher Instabilität führen, was die Argumente der Demokraten nur untermauern würde, dass der Präsident keinen Bezug zu den finanziellen Realitäten vieler Menschen in den USA hat. Und nicht zuletzt ist die Signalwirkung für Russland und China, dass internationales Recht zur Nebensache wird, fatal.
Für die Zwischenwahlen Ende des Jahres müsste all das den Demokraten genügend Material liefern, um zu zeigen, dass Trumps „America First“-Politik nicht nur falsch ist, sondern auch gescheitert und gelogen. Jetzt müssen sie eine geschlossene Strategie entwickeln, wie sie daraus Profit schlagen können, um Trumps Machenschaften in seiner noch langen Präsidentschaft zumindest einzudämmen.
Denn zu verheerend sind die realen Folgen der „America First“-Politik bereits. Der Stopp der Entwicklungshilfe verursacht vorwiegend im Globalen Süden Krankheit, Hunger und Tod. Austritte oder Blockaden etwa bei den Vereinten Nationen und Klimaabkommen haben die internationale Ordnung fragmentiert. Es entsteht ein Chaos, das neue Kriege nicht verhindert, sondern Konflikte und Unsicherheiten begünstigt.
