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Steilvorlage für China: Was während der Waffenruhe im Iran-Krieg passieren muss

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Steilvorlage für China: Was während der Waffenruhe im Iran-Krieg passieren muss

Stand: 08.04.2026, 16:58 Uhr

Von: Andreas Schwarzkopf

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Die Waffenruhe im Irankonflikt ist kein Sieg für Trump. Nun muss er mit den Mullahs verhandeln. Doch dafür ist seine Regierung nicht bekannt.

Die begrüßenswerte Waffenruhe im Irankrieg lässt nicht nur die Menschen im Nahen Osten aufatmen, die unter den militärischen Attacken litten. Sie entspannt auch die weltweite ökonomische Krise mit ihren Einschränkungen für viele. Das gilt auch, wenn etwa Energiepreise erst langsam sinken dürften und wenn andere Handelsgüter wie Düngemittel nicht sofort verfügbar sein werden.

Doch die Waffenruhe ist alles andere als ein „vollumfänglicher Sieg“ für US-Präsident Donald Trump. Nachdem die Weltmacht USA nicht wie angekündigt das islamistische Regime und deren Atomprogramm vernichten konnte, muss die Trump-Regierung nun mit den Mullahs verhandeln – auch über den Verbleib des angereicherten Urans.

Und war die Straße von Hormus vor den völkerrechtswidrigen Attacken auf die Theokratie eine freie Schifffahrtsstraße, droht Teheran, sie in der Nachkriegszeit in eine Mautroute zu verwandeln. Das dürfte dann die Preise für Öl und Gas noch langsamer sinken lassen als ohnehin nach vergleichbaren Krisen.

Zudem schwächte das Bündnis aus USA und Israel den Iran und deren Unterstützergruppen Hisbollah, Huthis und Milizen im Irak zwar, schaltete sie aber nicht wie geplant aus. Bleibt die Herkulesaufgabe, am Verhandlungstisch einiges zu verbessern, um die Region zu stabilisieren. Doch für erfolgreiche Gespräche dieser Art ist die Trump-Regierung nicht bekannt.

Die Waffenruhe im Iran-Krieg öffnet den Blick für weitere Probleme

Dabei böte die Waffenruhe die Gelegenheit, mit den Staaten in der Region nach Wegen aus dem Dauerkonflikt mit dem Iran zu suchen. Doch das steht leider gar nicht auf der Agenda. Vielmehr reden die Konfliktparteien USA und Iran über ihre jeweiligen Maximalforderungen. Erschwerend kommt hinzu, dass sich das Regime in Teheran während des militärischen Konflikts radikalisiert hat. Außerdem hat es gelernt, dass nur eine Position der Stärke zum Erfolg führt.

Wie da ein Kompromiss etwa über das iranische Atomprogramm aussehen soll, bleibt rätselhaft. Sollten die Mullahs das Atomprogramm gegen Sicherheitsgarantien eintauschen, könnte Trump das weder in den USA noch international als Erfolg verkaufen.

Zu all dem kommt die israelische Regierung von Benjamin Netanjahu, die bisher kompromisslos ihre Sicherheitsinteressen verfolgte und dies weiter tun dürfte. Hilfreich ist es jedenfalls für eine Entspannung in der Region nicht, wenn sie die Waffenruhe für den Libanon zunächst nicht anerkennt.

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Es sind zudem nicht nur hohle Phrasen, wenn das Mullah-Regime sich als Gewinner geriert. Teheran hat die Weltmacht USA an ihre Grenzen geführt. Das werden viele künftig einkalkulieren. Und Trump hat mit seinen wüsten Drohungen mit Kriegsverbrechen gegen den Iran beispielsweise China für dessen imperialistische Pläne mit Taiwan eine Steilvorlage geliefert.

Die Waffenruhe öffnet den Blick für weitere Probleme. Da ist die Frage, wie die Sicherheitsinteressen der Golfstaaten berücksichtigt werden können. Da ist das durch den Irankrieg angespannte Verhältnis zwischen der Trump-Administration und den europäischen Verbündeten und die Frage nach der Existenz der Nato.

Und da ist die Frage, ob und wenn ja welche Waffen die europäischen Verbündeten der Ukraine in den USA noch für das überfallene Land kaufen können, nachdem das Pentagon für den Irankrieg die Arsenale leerte. Nicht zu schweigen von den Gesprächen zwischen den USA und Russland über den Fortgang der russischen Invasion der Ukraine.


© Frankfurter Rundschau