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Orban droht Niederlage bei Ungarn-Wahl: Magyar lässt Europa hoffen, aber nicht jubeln

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Orban droht Niederlage bei Ungarn-Wahl: Magyar lässt Europa hoffen, aber nicht jubeln

Stand: 07.04.2026, 18:26 Uhr

Von: Andreas Schwarzkopf

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Orbán ist trotz der Hilfe aus den USA und Russland auf der Verliererstraße. Seinem möglichen Nachfolger hinterlässt er ein höchst schwieriges Feld. Ein Kommentar von Andreas Schwarzkopf.

Budapest – US-Vizepräsident JD Vance wird als Wahlhelfer die Niederlage des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán am kommenden Sonntag, 12. April, wohl kaum verhindern. Zu groß ist in Umfragen der Vorsprung des Herausforderers Péter Magyar, zu viele lehnen Orbáns korrupte Regierung ab, zu viele wünschen sich einen Machtwechsel, um die wirtschaftliche Talfahrt des Landes zu stoppen.

Daran haben weder Orbán mit seinen lange erfolgreichen Verschwörungsmythen noch die Unterstützung des Möchtegern-Diktators Orbán durch die Trump-Regierung und Russlands etwas geändert. Unwirksam blieb auch Orbáns jüngster Versuch, mit zufällig aufgefundenen Sprengsätzen die Ukraine als Feind Ungarns zu stilisieren und damit die Bevölkerung hinter sich zu scharen.

Sollte Magyar siegen, wird Orbán behaupten, ihm sei der Sieg gestohlen worden

Magyar wird für eine erfolgreiche Politik allerdings einige Hürden nehmen müssen. Zunächst dürften Orbán und seine Rechtspopulisten eine Niederlage an den Wahlurnen nicht einfach anerkennen. Ähnlich wie in den USA und in Brasilien werden sie behaupten, ihnen sei der Wahlerfolg gestohlen worden. Zudem reicht Magyar zwar für einen Machtwechsel die einfache Mehrheit. Für einen Systemwechsel benötigen er und seine Partei Tisza allerdings zwei Drittel der Stimmen. Nur dann kann er auch effizient regieren, kann er die Verfassung ändern und damit Orbáns antidemokratisches und antieuropäisches System zurückbauen. Zudem wird es schwierig, gegen all jene zu regieren, die Orbán und seine Fidesz-Partei auf allen Ebenen des Staates installiert haben.

Und die Bevölkerung mag zwar mehrheitlich Orbán satt haben, weil er ihnen keine Perspektive mehr bieten konnte. Doch nicht alle lehnen etwa seine Migrationspolitik ab. Auch deshalb wird das voraussichtliche politische Ende des Premiers nicht unbedingt auch das Ende des Orbánismus sein. Dennoch dürften in Brüssel und anderen europäischen Hauptstädten bei einem Wahlsieg Magyars die Sektkorken knallen. Mit ihm und dessen proeuropäischem Kurs dürften die Querschüsse aus Budapest gegen EU-Projekte der Vergangenheit angehören. Die beschlossenen EU-Hilfen für die Ukraine könnten endlich fließen.

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Europa sollte Magyar nach einem Wahlsieg in Ungarn schnell beistehen

Und wer weiß, womöglich schwächt Orbáns Niedergang auch die antiwestlichen Kräfte in Tschechien und der Slowakei. Auf jeden Fall würde mit Magyar auch die Demokratie siegen. Schließlich haben Orbán und seine Oligarchen in den vergangenen Jahren alles getan, um eine Opposition kleinzuhalten. Sie haben die Medien nahezu gleichgeschaltet, die Wahlbezirke zu ihren Gunsten zurechtgeschnitten und vieles mehr.

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Doch die Machtwechsel in Polen und in Großbritannien mit anschließendem schwierigem Politikwechsel sollten auch allen eine Warnung sein. Besonders Brüssel wird der neuen Regierung so gut es geht beistehen müssen. Die wegen Orbáns destruktiver Politik gesperrten Zahlungen für Ungarn sollten die EU-Verantwortlichen möglichst schnell nach einem Wahlsieg Magyars freigeben, um ihm einen möglichst guten Start zu ermöglichen, so er denn wie erwartet eine proeuropäische Politik umsetzt.


© Frankfurter Rundschau