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Wie verteidigt man Würde?

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25.07.2026

Leihmutterschaft : Wie verteidigt man Würde?

Deutsche reisen ins Ausland, um dort Kinder durch Leihmutterschaften zu bekommen. Wäre es nicht besser, diese Praxis auch hier zu legalisieren?

Die erste kommerzielle Leihmutter war nicht, wie es oft heißt, die Britin Kim Cotton im Jahr 1985. Sie war nur diejenige, die ihre Geschichte am besten vermarktet hat. Es war eine mit Happy End.

Die wohl erste Leihmutter war eine Frau unter dem Pseudonym Elizabeth Kane, und ihre Geschichte verlief ganz anders. Die Amerikanerin bekam fünf Jahre vor Cotton 11.500 Dollar, um sich mit dem Samen eines Mannes künstlich befruchten zu lassen und dieses Kind auszutragen. Kane wollte das unbedingt, und zuerst lief auch alles gut.

Aber ein paar Monate nach der Geburt wurde sie depressiv, hatte Selbstmordgedanken. Sie vermisste ihr Kind. Sie sagte später, dass sie sich ausgenutzt fühlte. Kane wurde eine der ersten Aktivistinnen gegen Leihmutterschaft.

In dieser Anfangsphase gab es viele tragische Geschichten. Mary Beth Whitehead wollte 1986 ihr Kind nach der Geburt nicht abgeben, und als es ihr Mann noch im Kreißsaal dann doch tat, soll sie geschrien haben: „Mein Gott, was habe ich getan!“ Sie ging vor Gericht, verlor. Oder Judy Stiver, die 1983 ein geistig behindertes Kind zur Welt brachte, das in den ersten Wochen elternlos war, weil es weder der Auftragsvater (der vorhatte, mit dem Kind seine kaputte Ehe zu retten) noch die Leihmutter........

© Frankfurter Allgemeine