Das Privileg des alten Mietvertrags
Immer wieder werden Wohnungen teuer untervermietet. Das verdeutlicht einmal mehr, wie kaputt der deutsche Wohnungsmarkt ist.
Zwei Zimmer, 60 Quadratmeter, in Berlin, verfügbar für ein Jahr, Verlängerung möglich, Kosten 1500 Euro pro Monat. Wohnungsanzeigen wie diese sind auf der Plattform Kleinanzeigen vielfach zu finden. Dahinter steckt oft ein lukratives Geschäft: Mieter vermieten ihre Wohnungen teuer weiter, für die sie selbst vor Jahren einen günstigen Mietvertrag abgeschlossen haben. Das bringt ihnen Hunderte von Euro, jeden Monat – und es passiert viel zu oft.
Vergangene Woche hat der Bundesgerichtshof in einem Urteil entschieden, dass gewinnorientiertes Untervermieten illegal ist. Es wird trotzdem weiter geschehen. Weil Mieter genauso gierig sein können wie Vermieter und weil das eigentliche Problem tiefer liegt: Der deutsche Wohnungsmarkt ist kaputt.
Günstige Altverträge sind zu Vermögenswerten geworden. Da liegt die Miete teils bei nur sechs oder sieben Euro pro Quadratmeter, während es bei Neuvertragsmieten in Berlin oder Hamburg durchschnittlich 13 Euro pro Quadratmeter sind, in beliebten Gegenden oft sogar über 20 Euro. Wer einen günstigen Mietvertrag hat, gibt ihn........
