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Unsouveränes Deutschland

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21.05.2026

KNDS, FCAS und mehr : Unsouveränes Deutschland

In Europa hat man Verständnis für Deutschlands Hadern, zu einer militärischen Macht zu werden. Doch im Jahr fünf der Zeitenwende darf man mehr Klarheit erwarten.

Zu klein für die Welt und zu groß für Europa: Henry Kissingers Diktum über das Dilemma deutscher Geopolitik erscheint in der laufenden Aufrüstungswelle aktueller denn je. Einerseits begrüßen europäische Partner, dass man sich in Berlin nicht länger in Bullerbü wähnt. Andererseits weckt das Ziel des Bundeskanzlers, die Bundeswehr konventionell zur stärksten Armee Europas zu machen, im Ausland auch Unbehagen.

Nicht zuletzt in Frankreich reagiert man sensibel auf das neue deutsche Streben nach militärischer Stärke. Derlei Gefühlsregungen sind nicht nur historisch begründet. Vielmehr sind sie auch Reaktion auf die Unklarheit, inwieweit Deutschland seine Nachbarn an der massiven Aufrüstung teilhaben lässt.

Zu befürchten steht, dass rein nationale Süppchen gekocht werden. Schließlich gibt es schon länger Hinweise, dass die auf Pump generierten Rüstungsmilliarden in Berlin zu einer Haltung verleiten, im Zweifel alles selbst machen zu können. Das wäre fatal, schließlich ermöglicht die Rüstungskooperation nicht nur eine Standardisierung und Kostensenkung. Auch politisch ist es klug, Sorgen vor einer deutschen Großmannssucht durch Gemeinschaftsprojekte entgegenzutreten.

Nicht jede Kritik........

© Frankfurter Allgemeine