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Die Sicherheit ist oft besser als gefühlt

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wednesday

Neue Kriminalstatistik : Die Sicherheit ist oft besser als gefühlt

Kameras und Kontrollgänge von Ordnungskräften können zwar helfen: Richtig wohl fühlen sich an Bahnhöfen aber nur wenige Menschen – zumindest in der Nacht.

Wer nachts allein in Rüsselsheim unterwegs ist und am Bahnhof vorbei und  durch die angrenzende Unterführung muss, wird dabei auch weiterhin ein mulmiges Gefühl haben. Und sich etwa als junge Frau vielleicht am ehesten noch dadurch beruhigen können, auf dem Heimweg mit einer vertrauten Person zu telefonieren. Denn das persönliche Sicherheitsempfinden lässt sich durch Polizeistatistiken nur wenig bis gar nicht beeinflussen. Was nachvollziehbar, im konkreten Fall aber schade ist. Denn die Zahlen für 2025 für Rüsselsheim zeigen ziemlich deutlich, dass sich in den vergangenen Jahren in puncto Sicherheit einiges gebessert hat.

Ob bei der Straßenkriminalität – wie Sachbeschädigung, Körperverletzung, Raubüberfälle und sexuelle Belästigung – oder bei Straftaten, die im weitesten Sinne mit Drogenhandel zu tun haben: Durch verstärkte Kontrollen in der Innenstadt ist die früher häufiger dort anzutreffende Klientel offensichtlich aufgeschreckt und vertrieben worden. Wobei man sich keine allzu große Hoffnung machen sollte. Wenn anderswo in Rhein-Main mal wieder mehr und schärfer kontrolliert wird, kehren die Reisenden in Sachen Rauschgiftkriminalität bestimmt zügig ins verkehrsgünstig gelegene Rüsselsheim zurück.

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Dennoch darf es sich Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) als Verdienst anrechnen lassen, dass seinen Worten  zum Thema „Sicherheit und Ordnung“ auch entsprechende Taten folgten. Erst im Januar wurden bei einem Großeinsatz von Polizei und Ordnungskräften in Kelsterbach, Raunheim und der Opelstadt 17 Kioske überprüft;  dabei wurden unter anderem Lachgas, illegale E-Zigaretten und Vapes sichergestellt. Das sind zwar kleine Schritte. Doch kommt man dem Ziel einer sauberen und sicheren Innenstadt langsam näher. In diesem Kontext sind auch die Videokameras zu sehen, die noch in diesem Jahr am Bahnhof aufgestellt werden dürften.

Selbst wenn sie kein vollwertiger Ersatz für das beruhigende Telefonieren mit einer vertrauten Person auf dem Nachhauseweg sein sollten, werden sie künftig doch einen Beitrag dazu leisten, seltsame Gestalten vom Bahnhof fernzuhalten und potentielle Straftäter möglichst zu vergrämen.

Markus SchugKorrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Rhein-Main-Süd.

Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Rhein-Main-Süd.

Videokameras sollen den Aufenthalt am Rüsselsheimer Bahnhof sicherer  machen. Laut Kriminalstatistik hat es 2025 in der Stadt weniger Straftaten gegeben.

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