Die Erbschaftsteuer ist eine scharfe Waffe im Dienst der Umverteilung
Die SPD missversteht ihr vermeintliches Vorbild Schweden. Was Astrid Lindgren tatsächlich von hohen Steuern für Reiche hielt – und was die SPD von ihr lernen sollte.
Es war einmal ein Land im kalten Norden Europas, wo eine Arbeiterpartei seit einer gefühlten Ewigkeit herrschte. Mit den Jahren und Jahrzehnten baute sie die soziale Absicherung immer weiter aus. Dass deshalb die Steuerlast nicht zuletzt für Reiche stieg, schien weder dem wirtschaftlichen Leben noch dem Ansehen der Arbeiterpartei zu schaden. Sozialdemokraten aus Deutschland schauten neidvoll dorthin. Dem Vorbild eifern sie bis heute nach. Doch ihr Sehnsuchtsland in Skandinavien gibt es schon lange nicht mehr.
Was ist passiert? Mitte der Siebzigerjahre tauchte ein Störenfried in der vermeintlich idyllischen Welt auf. Kein böser Kapitalist mit dickem Bauch, sondern eine bescheidende Autorin namens Astrid Lindgren, die große Sympathie für den Sozialstaat hatte, aber mit den Folgen nicht mehr zurechtkam. In „Pomperipossa in Monismanien“ beschrieb sie in Form eines Märchens ihren Landsleuten, dass ihr immer weniger Geld zum Leben blieb, je mehr Kinder ihre Geschichten lasen. Sie beschrieb, wie sie zuletzt effektiv mehr an den Staat abführen musste, als sie einnahm. Das Ergebnis ihrer Geschichte war furios. Sie trug dazu bei, dass die........
