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Wenn internationale Konflikte deutsche Straßen erreichen

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23.01.2026

Palästina, Syrien, Iran: Immer häufiger werden internationale Konflikte in Form von Demonstrationen in deutschen Städten ausgetragen. Eine Herausforderung für die Sicherheitsbehörden.

Als am Dienstagabend 5000 Menschen auf dem Frankfurter Römerberg stehen, Fahnen schwenken, Schilder hochhalten, um auf das aufmerksam zu machen, was sich seit Tagen im Norden Syriens ereignet, scheint es einen Moment, als habe keiner der Teilnehmer damit gerechnet, dass die Demonstration so groß werden wird.

Tage zuvor war die Versammlung unter dem Motto „Kein Pakt mit den Dschihadisten“ angemeldet worden. Mit zunächst 200 geschätzten Teilnehmern. Schließlich wurden tausend gezählt, dann fast 2000. Und es wurden immer mehr. Als die Teilnehmer auf den Römerberg zogen, war klar: Das ist eine der größten Demonstrationen, die es seit Langem in Frankfurt gegeben hat. Seitdem gibt es Kundgebungen kurdischer Aktivisten jeden Tag – als Reaktion auf das politische Geschehen in Nordsyrien.

Das Beispiel zeigt: Städte wie Frankfurt werden immer stärker zum Spiegel dessen, was sich in den Krisenregionen der Welt abspielt – und das quasi in Echtzeit. Diesmal ist es die Solidarität mit den Kurden in Syrien, nachdem die syrische Armee begonnen hat, die kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) aus kurdisch dominierten Gebieten im Nordosten des Landes zu vertreiben, und somit die Sorge wächst, dass die Islamisten dort die Oberhand gewinnen.

Aber auch die Iraner ziehen seit Wochen durch die Straßen. In Frankfurt vor allem Unterstützer des Schah-Sohns Reza Pahlavi. Und nur scheinbar ruhiger geworden ist es um die Palästinenser, die vor einigen Monaten noch in ganz Deutschland große Plätze füllten, indem sie Israel einen „Genozid“ vorwarfen, dabei aber relativierten, was die Hamas am 7. Oktober vor zwei Jahren mit dem Massaker in jüdischen Siedlungen angerichtet hat.

Die Sicherheitsbehörden müssen auf Entwicklungen wie diese reagieren. In der Polizei heißt es schon........

© Frankfurter Allgemeine