Autoscooter mit Mussolini
In Italien ertönt auf Festen und Rummelplätzen öfter ein faschistisches Propagandalied aus den Musikboxen. Ist das tatsächlich alles nur ein bloßer Zufall?
Die musikalische Beschallung von Fahrgeschäften auf Rummeln ist oft nervtötend. In Italien wurde sie jetzt sogar zu einem Politikum. Bei der Winter-Kirmes in Genua wurde vor einigen Tagen an einem Autoscooter das faschistische Lied „Faccetta nera“ gespielt. „In Genua gibt es keinen Platz für faschistische Nostalgie und wird es auch nie geben“, sagte Silvia Salis, Genuas Bürgermeisterin. Italiens Partisanenverband ANPI nannte den Vorfall „eine besorgniserregende Realität“. Eine Passantin hatte die Szene gefilmt, die Website Genovaquotidiana sie publik gemacht: In dem Video ist neben dem Lied auch die empörte Stimme der Filmenden und die des Karussellbetreibers zu hören. „Das ist kein Lied, sondern eine Verherrlichung des Faschismus, eine Straftat“, protestiert sie. „Es ist nur ein Lied“, sagt er.
„Nur ein Lied“ trifft es allerdings nicht ganz. „Faccetta nera“ (schwarzes Gesichtchen), komponiert 1935 von Mario Ruccione, war eines der wichtigsten Propagandalieder der Mussolini-Ära, um das imperiale Projekt der Eroberung Äthiopiens........
