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Mit Gewalt ist kein Staat zu machen

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25.01.2026

Das iranische Regime hat sich mit Gewalt Zeit erkauft. Doch auf Dauer dürfte das kaum zum Überleben reichen. Die Frage ist: Was geschieht im Zentrum der Macht?

Überraschend viele Iraner, die man nach ihrer Ankunft am Istanbuler Flughafen anspricht, wünschen sich amerikanische Militärschläge auf ihr Land. Das wäre für jedes Land ungewöhnlich. Für Iran gilt das erst recht, denn ausländische Interventionen haben in der Geschichte des Landes schon viel Unheil angerichtet.

In der aktuellen Lage ist es noch ungewöhnlicher, denn die ursprünglichen Angriffsdrohungen des amerikanischen Präsidenten hatten vielen Iranern erst den Mut gegeben, auf die Straße zu gehen, den sie dann bitter bezahlen mussten. Donald Trumps Äußerungen scheinen das iranische Regime geradezu angestachelt zu haben, die Proteste mit demonstrativer Brutalität so schnell wie möglich zu beenden. Man würde also verstehen, wenn die meisten Iraner jegliches Vertrauen in Trump verloren hätten. Dass es trotzdem noch Rufe nach einer Militärintervention gibt,........

© Frankfurter Allgemeine