An den Taliban kommt man nicht vorbei
Fünf Jahre an der Macht : An den Taliban kommt man nicht vorbei
Deutschland braucht wieder eine Präsenz in Afghanistan. Um die strategisch wichtige Region im Blick zu haben und Frauen zu helfen, statt nur über sie zu reden.
Fünf Jahre nach der Machtergreifung der Taliban wird in Deutschland über Afghanistan fast nur noch im Zusammenhang mit Abschiebungen gesprochen. Die Bundesregierung nutzt das Land als Exempel, um ihre Wende in der Migrationspolitik sichtbar zu machen und Härte zu zeigen. Menschenrechtler behaupten, den Betroffenen drohten in Kabul Folter und Tod. Eine sachliche Diskussion über die Realitäten vor Ort findet nicht statt.
Auch deshalb nicht, weil die Bundesregierung gar kein eigenes Lagebild hat. Die deutsche Botschaft in Kabul ist seit fünf Jahren geschlossen. Die staatlichen Entwicklungsorganisationen sind nicht mehr vor Ort. Allzu oft verlässt man sich auf die Aussagen von Afghanen, die in Deutschland leben. Immer mal wieder wird in Berlin über ein mögliches Verbindungsbüro in Kabul gesprochen, das keine diplomatische Anerkennung der Taliban-Herrschaft bedeuten würde. Aus Sorge vor allgemeiner Empörung geschieht das aber nur hinter verschlossenen Türen.
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Dabei kann man am Delegationsbüro der Europäischen Union sehen, wie wichtig eine Präsenz vor Ort wäre. Es hilft, aktuelle Entwicklungen zeitnah........
