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Berlin braucht Rom

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25.01.2026

Deutschland und Italien können sich gegenseitig stärken. Zusätzlich zur Verbindung nach Frankreich

Man bummelte „wie die Studenten“ im Mondschein durch die Gassen des Bergdorfes Rocca di Papa. „Der Bundeskanzler kam als Europäer nach Italien, um zu besprechen, was man tun könne, die europäischen Länder noch enger zu verknüpfen.“ Gegen rechts- und linksextreme Strömungen sollte „die Mitte gerettet und verteidigt werden“.

Die Rede ist hier nicht von Friedrich Merz, der am vergangenen Freitag in Rom mit zehn Kabinettsmitgliedern der deutsch-italienischen Zusammenarbeit neuen Schwung gab, sondern von Konrad Adenauer. Vor fast 75 Jahren kam er zu seinem ersten Staatsbesuch nach Rom, den die F.A.Z. damals breit schilderte. Die Ziele sind ein Dreivierteljahrhundert ähnlich geblieben, auch wenn das internationale Umfeld ein ganz anderes ist. Hat man nichts dazugelernt?

Auf jeden Fall sind wir heute im Schatten aggressiver Großmächte an einem Punkt angelangt, an dem Europa mehr denn je auf seine eigenen Kräfte angewiesen ist. Insofern ist die Annäherung zwischen „mio amico Friedrich“, so Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, und Merz’ neuer Duzfreundin ein guter Schritt. Jahrelang hingen die deutsch-italienischen Beziehungen an einem dünnen........

© Frankfurter Allgemeine