Irankrieg zeigt Versicherungen ihre Grenzen auf
Unkalkulierbare Risiken : Irankrieg zeigt Versicherungen ihre Grenzen auf
Krieg macht Versicherungen unberechenbar und unpraktisch. Ein Grundproblem der Branche zeigt sich deutlich. Mancher fragt sich jetzt: Wozu überhaupt noch eine Versicherung abschließen?
Der Irankrieg legt ein Grundproblem der Versicherungsbranche offen: Versichert wird nur das, was sich kalkulieren lässt. Und Krieg lässt sich eben nicht kalkulieren, also ist er unversicherbar. So stehen jetzt Schiffe ohne gültige Police da. Und Touristen, die an einem Golfflughafen umsteigen wollten oder in den Emiraten ihre Kreuzfahrt beenden wollten, sehen sich plötzlich mit Mehrkosten konfrontiert. Und wenn es im günstigsten Fall nur das Bier ist, das der gestrandete Tourist am Abend zur Nervenberuhigung in der Hotelbar in Dubai trinkt.
Und wer das Glück hat, auf einem Evakuierungsflug zu landen, bekommt im Nachhinein meist eine Rechnung aus dem Auswärtigen Amt. Die Reiseabbruchversicherung greift nicht. Da mag sich mancher fragen, wofür man solche Versicherungen überhaupt braucht? Es ist eben das Prinzip von Versicherungen im Schaden- und Unfallbereich, dass Versicherer gerne schon mal die Police kündigen. In der Kranken- und Lebensversicherung ist das ausgeschlossen, dafür steigen dann die Prämien. Lange Rede – kurzer Sinn: Die Versicherung gewinnt immer.
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Denn sie kalkuliert so, dass sie immer einen Gewinn einfährt. Wie ein Spielautomat, auch der schüttet nie mehr an Geld aus, als Spieler vorher reingesteckt haben. Darum sind Versicherungen nicht per se unnütz. Sie können durchaus einen sinnvollen Schutz vor existenzbedrohenden Risiken darstellen, aber eben auch nur in diesem Fall.
Archibald PreuschatRedakteur in der Wirtschaft
Redakteur in der Wirtschaft
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