Söder und der mangelnde Mannschaftsgeist
Reformpläne der Koalition : Söder und der mangelnde Mannschaftsgeist
Der frühere CSU-Chef Huber wirft Söder vor, die Gespräche über Reformen mit überzogenen Forderungen zu belasten. Merz dürfte ihm wohl kaum widersprechen.
Mannschaftsgeist zeigen, das scheint gerade das Motto zu sein in der Koalition. Oder besser: in einem Teil der Koalition. Der Kanzler lobt seinen durch Wahlniederlagen geschwächten Vizekanzler für dessen Reformideen, sagt gar, Klingbeils Appell an die Leistungsbereitschaft der Deutschen hätte so auch von ihm sein können.
SPD-Parteigrößen versammeln sich nach den jüngsten Wahlniederlagen hinter ihrer Führung, geben Bas und Klingbeil Rückenwind für die anstehenden Verhandlungen mit der Union. Doch die netten Bilder und schönen Worte können über zwei Dinge nicht hinwegtäuschen. Es wird jetzt ernst für die Koalition, richtig ernst. Die Bürger erwarten Reformen, und ihre Geduld ist schon ziemlich aufgebraucht. Und: Es gibt immer noch einen mächtigen Störenfried, der von Mannschaftsgeist gerade nichts wissen will.
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder, selbst geschwächt vom schlechten Ergebnis seiner CSU in den Kommunalwahlen, macht Druck und zieht rote Linien gegenüber der SPD. Er fordert Entlastungen für Unternehmen, Erben und Spitzenverdiener; am Ehegattensplitting will er, anders als Klingbeil, auf keinen Fall rühren.
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Schon Merz’ Lob für Klingbeil ließ sich als indirekte Kritik an diesem Gebaren lesen. Noch deutlicher wurde nun ein Parteifreund Söders. Erwin Huber warf dem CSU-Chef „mangelnden Mannschaftsgeist“ vor, für Huber ein No-Go „in Zeiten multipler Krisen“. Merz dürfte ihm wohl kaum widersprechen.
Anna-Lena RippergerStellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.
Stellvertretende verantwortliche Redakteurin für Nachrichten und Politik Online.
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