Der Kiez will Hauptstadt sein
Berlins Kulturpolitik bleibt provinziell. Das zeigt der Skandal um die Vergabe von Fördergeldern an windige Projekte gegen Antisemitismus. Wenn der Bund eine europäische Kulturmetropole haben will, muss er selbst aktiv werden.
First Music Production. The Good Media Network. Zera Institute. Institut für Neue Soziale Plastik Berlin. Mosaik G.C.B. Fablhaft Immobilien GmbH & Co. KG. So heißen einige der Antragsteller, denen der Berliner Kultursenator Joe Chialo und seine Nachfolgerin Sarah Wedl-Wilson im vergangenen Jahr insgesamt 2,65 Millionen Euro Fördergeld für Projekte gegen Antisemitismus bewilligt haben. Den Löwenanteil der Summe bekam die Firma First Music für eine Ausstellung zum zweiten Jahrestag des Massakers der Hamas an den Besuchern des Nova-Musikfestivals, die auch überregional Beachtung fand. Doch von den übrigen geförderten Projekten, etwa der Dokumentation „Fakeland“, die eine „Traumfabrik Babelsberg“ produzieren will, oder dem Marlene-Dietrich-Filmporträt des „Good Media Network“, hat man bisher wenig gehört. Auch der „Future Narrative Fund“, den der Immobilienverwalter Fablhaft auflegen will, ist bislang nicht in Erscheinung getreten.
Stattdessen erforscht jetzt ein Untersuchungsausschuss des Abgeordnetenhauses die Rechtmäßigkeit der Mittelvergabe. Die Experten der........
