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Sichere Sache

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04.09.2026

Die Rapperin Haiyti bringt die Menge gerade zum Hüpfen, als Amors Lächeln schlagartig aus seinem Gesicht verschwindet. Der Awareness-Mitarbeiter hat jemanden gesehen – jemand, der hier auf dem Habitat-Festival in Hamburg eigentlich nicht sein sollte. Der Mann habe Hausverbot, weil er vergangenes Jahr auf dem Festival jemanden belästigt habe. Amor hat sein Gesicht erkannt. Er funkt die Security an. 

Dann kehrt er zu seiner Kollegin Saskia zurück. Jemanden rausschmeißen gehört nicht mehr zu seinem Verantwortungsbereich. 

Awareness-Mitarbeiter*innen sind auf Veranstaltungen immer präsenter. Sie tragen meist Westen, sie wollen sichtbar sein. Und Festivals und Veranstaltungen für alle sicherer machen. Gleichzeitig sehen sie sich nicht als Partypolizei, die dafür sorgt, dass Regeln eingehalten werden. Was machen Awareness-Teams also genau – und welche Idee steckt dahinter?

32 Stunden lang raven die Menschen an diesem Wochenende auf dem Habitat, es gibt sieben Bühnen. Laut Veranstalter*innen feiern hier etwa 10.000 Besucher*innen. Die Awareness-Mitarbeiter*innen auf dem Festival sind Teil des Vereins Act Aware. Gegründet wurde der während der Coronazeit von Teresa Hähn, auch sie ist auf dem Habitat mit dabei.

Viele werden belästigt, doch wenige sagen etwas

 „Viele Menschen, die sonst Veranstaltungen organisieren, hatten plötzlich viel Zeit“, erinnert sie sich. Zeit, um zu überlegen, wie man Probleme in der Branche lösen kann. Auch Hähn selbst arbeitete schon seit zehn Jahren im Veranstaltungsbereich, schrieb ihre Masterarbeit über Awareness-Arbeit auf Festivals. 

Denn das Bewusstsein, dass Veranstaltungen nicht für alle ein sicherer Ort sind, sickert nur langsam durch. In einer US-amerikanischen Umfrage unter Konzertbesucher*innen aus dem Jahr 2025 sagten 88 Prozent der Menschen, die auf Konzerten sexualisierte Gewalt erlebt haben – ein Großteil davon Frauen –, dass sie die Übergriffe nicht bei den Veranstalter*innen meldeten. Die Annahme: Es werde sowieso nichts unternommen. In einer Studie aus Großbritannien von 2018 gaben 22 Prozent der 1.000 befragten regelmäßigen Festivalbesucher*innen an,........

© Fluter