Europas Unternehmen müssen das Chaos im Weißen Haus ausbaden
Im Weißen Haus regiert das Chaos: Europas Wirtschaft muss unabhängiger von Trump werden
Europas Unternehmen müssen das Chaos im Weißen Haus ausbaden
Neue Zölle, neue Unsicherheit: Trumps Handelspolitik ist für die EU zur reinen Lotterie geworden. Der wichtigste Partner hat sich zum größten Risiko gewandelt.
Brüssel. Mit Donald Trumps Zollpolitik ist es inzwischen wie mit einer Lotterie: Niemand in Europa weiß derzeit genau, wie die neuen US‑Zölle eigentlich berechnet werden sollen, wie lange sie gelten – und was eigentlich aus dem schon mühsam ausgehandelten Deal wird.
Zwar betont die Regierung in Washington, man wolle grundsätzlich am bestehenden Abkommen mit der EU aus dem Juli 2025 festhalten und lediglich „Details“ ändern. Doch wie viel ist eine Einigung noch wert, wenn das höchste Gericht ihr die rechtliche Grundlage entzogen hat?
Trumps Politik kennt keine Stabilität, nur Überraschungen. Das sollte in Europa spätestens jetzt allen klar sein. Wer glaubte, auf Abmachungen mit ihm sei Verlass, wird erneut eines Besseren belehrt.
Unsicherheit bleibt der Normalzustand, solange Trump im Weißen Haus per Dekret regiert.
Unsicherheit bleibt der Normalzustand, solange Trump im Weißen Haus per Dekret regiert.
Der Oberste Gerichtshof der USA mag für manche ein Hoffnungsschimmer sein, dass die Gewaltenteilung noch funktioniert. Doch europäischen Unternehmen nützt das wenig. Erklären Richter ein Dekret für unrechtmäßig, unterschreibt Trump oft nur Stunden später das nächste.
An der Unzuverlässigkeit wird sich so schnell nichts ändern
Unsicherheit bleibt der Normalzustand, solange Trump im Weißen Haus per Dekret regiert. Für die Wirtschaft ist das Gift. Wer sich bisher noch nicht darauf eingestellt hat, sollte es spätestens jetzt tun. Denn an der Unzuverlässigkeit der US‑Regierung wird sich so schnell nichts ändern. Es ist daher nur richtig, dass das EU-Parlament die Umsetzung des Zoll-Deals auf Eis legt.
Europas größter Handelspartner ist mittlerweile auch der unberechenbarste. Doch die Europäer können es sich wegen der überlebensnotwendigen US-Waffen für die Ukraine nicht leisten, Trump zu verärgern.
Für Unternehmen wird es durch die neuen Zölle nicht besser – im Gegenteil. Aus Europas Sicht sind sie eine dreifache Hiobsbotschaft. Erstens steigen die US‑Zölle für viele Produkte, die europäische Firmen in die Vereinigten Staaten exportieren. Das macht sie dort deutlich teurer und drückt die Absatzzahlen. Zweitens kommt hinzu, dass Trumps neue Zölle nur für 150 Tage gelten sollen und Exporteure danach mit dem nächsten Zoll‑Rundumschlag rechnen müssen.
Drittens kennt das Zollchaos an sich nur Verlierer: Europäische Unternehmen sind gezwungen, die Mehrkosten entweder über höhere Preise an ihre Kunden weiterzugeben oder ihre Gewinnspannen zu senken. Beides schwächt die Wirtschaft. Gerade die exportorientierte deutsche Industrie läuft Gefahr, so noch mehr an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Der größte Verlierer dieser Politik sind jedoch die USA selbst, denn die Zölle verteuern eingeführte Produkte im Inland.
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Es wäre fatal zu glauben, der Supreme Court könne Trumps Zollpolitik zähmen. Zu oft hat der Präsident gezeigt, dass Gerichtsurteile, Umfragen oder ökonomische Vernunft ihn nicht bremsen können. Europa muss daraus die Konsequenzen ziehen und sich unabhängiger von seinem unberechenbaren Geschäftspartner machen. Denn wenn eines sicher ist, dann dies: Mit Trump regiert das Chaos.
