Europa hat kein Geld für die kommenden Klimadesaster
846 Millionen Euro sind viel Geld. Am Mittwoch gab die Europäische Kommission diese Summe aus dem EU-Solidaritätsfonds (EUSF) für Spanien frei, um den Wiederaufbau nach der Flutkatastrophe in der Region Valencia im Oktober 2024 zu unterstützen. Damals starben 231 Menschen, und der Sachschaden beläuft sich auf zwölf bis 18 Milliarden Euro. „Die soeben bewilligten Mittel werden dazu beitragen, das durch die Katastrophe Zerstörte wiederaufzubauen“, sagte Präsidentin Ursula von der Leyen in einer Pressemitteilung. „Spanien, heute und morgen: Europa steht an eurer Seite.“
Doch wie diese Zahlen zeigen, sind 846 Millionen Euro gleichzeitig nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Seit seiner Gründung im Jahr 2002 hat der EUSF laut Kommission rund 11 Milliarden Euro für 148 Katastrophen in EU-Mitgliedstaaten und Beitrittsländern ausgezahlt. Das bedeutet, dass dieser EU-Fonds in seinem 25-jährigen Bestehen nicht einmal die Kosten einer einzigen Flutkatastrophe decken konnte.
Während fast ganz Europa unter einer historisch extremen Hitzewelle leidet, drängt sich eine Frage immer mehr auf: Wie sollen wir die Klimakatastrophen der kommenden Jahre – von extremen Überschwemmungen bis hin zu extremer Dürre – finanzieren? Die Antwort, so eine neue Analyse des Brüsseler Forschungsinstitutes Bruegel, ist ernüchternd: Wir werden es nicht, weil wir es nicht können, da der finanzielle Spielraum nicht ausreicht.
„Nur einen Bruchteil der Schäden abdecken“
„Die derzeitigen Instrumente können nur einen Bruchteil der Schäden abdecken, die durch die immer häufigeren und schwerwiegenderen klimabedingten Ereignisse verursacht werden", warnen die Autoren. „Wenn sich nichts ändert, wird der Staat als Versicherer letzter Instanz immer höhere Kosten tragen und einen immer größeren Anteil der öffentlichen Finanzen für Maßnahmen nach Katastrophen anstatt für produktive Investitionen aufwenden müssen.“
Sie weisen auf die wachsende Wahrscheinlichkeit einer „klimabedingten Abwärtsspirale“ hin. Was bedeutet das? „Katastrophenschäden........
