Make Europe Small Again
Der Vorwurf der Weltfremdheit, der in schöner Regelmäßigkeit dem Europaparlament gemacht wird, ist so alt wie das Hohe Haus Europas selbst. Immer wieder wurde die in Straßburg beheimatete Institution für den Verve kritisiert, mit der sie sich in Randthemen verbeißt, immer wieder wurden ihre Vertreter als Traummännlein und -weiblein verspottet – und immer wieder rückte „Die Presse“ aus, um den Sachverhalt ins rechte Licht zu rücken und das EU-Parlament mit allen seinen Eigenheiten und Defiziten als unverzichtbaren Bestandteil der europäischen Realpolitik zu bewerten.
So kann man sich täuschen. Was das Plenum des Europaparlaments am Mittwoch abgeliefert hat, kann man unterschiedlich benennen – nur nicht als politisch oder real. Ganz im Gegenteil: Das Votum gegen das Freihandelsabkommen mit dem südamerikanischen Staatenblock Mercosur hat mit der außerhalb der Straßburger Mauern gelebten Wirklichkeit so viel zu tun wie Pablo Picasso mit Fotorealismus. Fand es doch just am selben Tag statt, an dem Donald Trump in Davos angeritten kam, um die Europäer auf die Knie zu zwingen und ihnen........
