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Das erschütterte Haupthaar des Mannes

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12.02.2026

Ich stamme aus einer Zeit, in der lange Haare bei Jungs zwar verpönt, aber vollkommen normal waren. Gleichzeitig galt es als unanständig und wurde mit negativen proletarischen Begriffen belegt. Aber das lange Haar gab Kraft und Identifikation. Musiker auf der Bühne trugen vollkommen selbstverständlich lang und das waren schließlich Helden. Selbst die kurzen Haare waren für heutige Verhältnisse keineswegs kurz. Es gab auch kaum Frisur-technische Experimente. Und wer gar keine oder nur sehr wenig Haare hatte, der bot lange und dicke Koteletten auf, oder zumindest einen Bart.

In meiner Familie gaben mir meine männlichen Verwandten keine guten Aussichten mit, was den ewigen Erhalt meiner Haare auf dem Kopf anging. Ein kahler Kopf in schon recht jungen Jahren war familiär üblich. Und es war auch ganz normal, einen Haarkranz als letzte Bastion des einstigen vollen Haarwuchses stehen zu lassen, der besonders mit einer entsprechenden Hornbrille korrespondierte. Deswegen galten in meinen Augen von Anfang an komplett rasierte Köpfe stets als unangenehm. Heute bilden sich für mich auch aus kahlen Köpfen durchaus interessante und sympathische Gesichter. Bei........

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