5,50 Euro für ein Weizen: Aus der Übung und von Getränkepreisen überrollt
Kommentar: Von den Preisen für Weizenbier in der Kneipe überrascht
5,50 Euro für ein Weizen: Aus der Übung und von Getränkepreisen überrollt
5,50 Euro für ein Weizenbier. Ist das ein happiger Preis. Oder ist das völlig normal? Klar wurde unserem Redakteur Nikias Schmidetzki auf jeden Fall, dass die Preisentwicklung in der Kneipenlandschaft in den vergangenen Jahren irgendwie an ihm vorbeigezogen ist.
Ich bin ein wenig aus der Übung. Das muss ich wohl so sehen. Die Zeiten, in denen ich ziemlich sicher einschätzen konnte, was ein Bier in der Kneipe kostet, sind auf jeden Fall eindeutig vorbei. Sonst hätte ich wohl kaum zu wenig Taschengeld mitgenommen.
Passiert war Folgendes: Ich war beruflich Besucher einer Ratssitzung. Und in so mancher Gemeinde treffen sich Politik und Gäste dazu in der örtlichen Gastronomie. Neben meinen Unterlagen nahm ich also auch etwas Münzgeld mit, um mir ein Getränk kaufen zu können. Doch am Ende des Abends musste ich feststellen, dass die Preise in den vergangenen Jahren offenbar gut angezogen haben. Wenn ich in Gesellschaft zum Essen war, habe ich für gewöhnlich nicht auf die einzelnen Getränkeposten geachtet. Nun fiel der Preis aber auf. Ein halber Liter Hefeweizen (alkoholfrei versteht sich, ich war ja im Dienst) für 5,50 Euro. Ganz schön happig. Und das war nicht nur meine Meinung.
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Ich habe mal verglichen. Ein Ort weiter liegt der Preis bei 4,80 Euro. In der Kreisstadt beim Griechen werden 5,20 Euro fällig. Ganz ähnlich beim Italiener, wo das Weizenbier 5,10 Euro kostet. Okay. Ich war also offenbar durchaus beim Premium-Anbieter gelandet. Aber so im Groben liegen die Preise doch alle im ähnlichen Bereich.
Ich jedenfalls hatte mit weniger kalkuliert, was mir durchaus etwas unangenehm war, mich vor allem aber staunen ließ. Da lobe ich doch jene Sitzungen, bei denen Kaltgetränke inkludiert sind – selbst wenn es nur etwas Wasser ist. Natürlich gibt es Kritiker, die meinen, die Getränkeversorgung dürfe nicht von Steuergeldern bezahlt werden, und notfalls hält man es doch sicher auch für ein, zwei, drei Stunden ohne aus. Aber ein kleiner Service ist es schon, besonders im Sommer, wenn die Temperaturen die Einnahme von besonders viel Flüssigkeit ratsam machen.
Schuldenfrei in den Feierabend
Ich jedenfalls machte mich an jenem Abend zunächst auf den Weg zum Auto, holte noch etwas Geld und durfte schließlich schuldenfrei in den Feierabend fahren; mit dem – wenn auch zweifelhaften – Gefühl, der heimischen Gastronomie etwas Gutes getan zu haben. Offen bleibt die Frage: Halte ich aufgrund dieser Preisentwicklung von Kneipenbesuchen Abstand? Oder sollte ich wieder häufiger dorthin, eben um sie genau zu verfolgen?
