Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: „Aaron“ und seine Verwandtschaft
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: „Aaron“ und seine Verwandtschaft
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: „Aaron“ und seine Verwandtschaft
In immer mehr Bereichen findet Künstliche Intelligenz (KI) Anwendung. Was kann KI leisten und wo sind Grenzen erreicht, fragt sich HARKE-Redakteurin Heidi Reckleben.
Hoya. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird in den kommenden Jahren in bisher nicht gekannter Weise an Geschwindigkeit zunehmen. Immer öfter werden KI-Systeme zum Einsatz kommen. Während einige warnen, dass ganze Systeme manipuliert oder nicht mehr kontrolliert werden könnten, jubeln andere, die all die Vorteile im Blick haben.
In der Arztpraxis von Dr. Raimund Binnewies und Britta Roy Barman in Hoya kommt die „Schwache KI“ zum Einsatz, die mit männlicher Stimme als „Aaron“ Anrufe annimmt (siehe auch Bericht auf dieser Seite). „Er“ sortiert die Anruferinnen und Anrufer und ist im Grunde eine Art „Siri“, die viele vom Handy kennen.
„Aaron“ kann bei Licht besehen nichts. „Er“ ist nicht in der Lage, eigenständig zu lernen oder Rückschlüsse aus bisher geführten Anrufen zu ziehen. Gut ist, dass „Aaron“ klar definierte Aufgaben schnell, effizient und zielgerichtet erledigen kann. Das schafft Freiraum fürs Personal und entlastet. Die Angst, dass „Aaron“ helfen könnte, Arbeitsplätze einzusparen, ist derzeit unbegründet. Noch.
Die Frage wird aber in Zukunft sein, ob Nachfolge-Modelle und Weiterentwicklungen dieser Technik nicht letztlich doch einen Job-Killer-Effekt haben werden oder ob sie dabei unterstützen, dass immer weniger verfügbare Arbeitnehmer und Fachkräfte Freiraum für kreative und soziale Arbeitsfelder haben.
Mehr Einsatzmöglichkeiten
Die Rechnerleistungen nehmen immer größere Dimensionen an. Und auch die Einsatzmöglichkeiten von KI werden in den kommenden Jahren rasant Raum greifen. KI wird in Zukunft nicht nur monotone Tätigkeiten erledigen, sondern komplexe Arbeitsabläufe selbstständig ausführen können.
Das wird die Arbeitswelt stärker revolutionieren als alles, was es bis dahin gab, selbst die Erfindung der Dampfmaschine und die daraus resultierende Industrialisierung. Allerdings sollte gut überlegt sein, ob man diesen Geist komplett aus der Flasche lässt. Egal, mit wie vielen Daten die KI gefüttert wird, Vernunft wird dabei nicht erzeugt.
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Es kann sich heute wohl kaum jemand vorstellen, dass sein Navigationsgerät plötzlich auf die eigenständige Idee kommt und von sich aus entscheidet, dass es dieses Mal nicht – wie gewünscht – an die Nordsee, sondern in die Berge geht und das selbstfahrende Auto entsprechend anweist. Dagegen ist „Aaron“ doch ein netter Kerl.
