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Die groteske Weltsicht des Fußball-Chefs

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13.02.2026

Infantino fordert Russlands Rückkehr: Die groteske Weltsicht des Fifa-Chefs

Die groteske Weltsicht des Fußball-Chefs

Fifa-Präsident Gianni Infantino plädiert dafür, den Ausschluss Russlands von Fußball-Turnieren aufzuheben. Er verwechselt dabei Ursache und Wirkung. Ihren miserablen Ruf wird die Fifa so nicht los.

Gianni Infantino, so viel ist sicher, hat einen sehr eigenen Blick auf die Welt. Privat kann er den gerne haben, aber Infantino ist Präsident des Weltfußballverbandes Fifa. Wenn der ein Faible für Autokraten zeigt oder für Staatslenker auf dem besten Weg dorthin, dann ist das ein Problem.

Dem US-Präsidenten Donald Trump hat Infantino vor zwei Monaten den „Friedenspreis“ der Fifa überreicht – einem Mann, der Kritiker und Gegner mit Hass und Häme überschüttet und der internationale Zusammenarbeit nur duldet, wenn er selbst die Richtung bestimmen kann.

Nun hat der oberste Fußballfunktionär sich dafür ausgesprochen, das wegen des Angriffs auf die Ukraine ausgeschlossene Russland wieder bei internationalen Fußballwettbewerben zuzulassen. Die Blockade habe schließlich „nur zu mehr Frustration und Hass geführt“. Es ist eine groteske Umkehrung der Verhältnisse.

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Die Toten des Krieges

Es dürfte Infantino nicht entgangen sein, dass der Angriffskrieg auch nach vier Jahren nicht zu Ende ist. Hunderttausende sind deswegen gestorben oder verletzt worden, haben Angehörige, Freunde, ihr Zuhause verloren. Fußballspielen oder ein Match schauen – das ist für viele von ihnen vorbei, auch ohne WM.

Die jüngste Angriffswelle war die heftigste des Jahres. Und auf dem Fußballplatz soll plötzlich die große Völkerverständigung ausbrechen?

Einmal mehr hinterlässt Infantino im Umgang mit finanzkräftigen Staatschefs den Eindruck, dass es ihm um anderes geht als um den Sport und dessen tragende Idee: Fairplay.

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Ein zweifelhafter Ruf

Es ist bitter für Sportlerinnen und Sportler wie ihre Fans, wenn sie für Fehlentscheidungen ihrer politischen Führung büßen müssen. Aber die Politik schmückt sich nun mal gerne mit den Federn des Spitzensports. Das hat Konsequenzen.

Die Fifa hat sich über Jahrzehnte einen zweifelhaften Ruf erworben, belastet durch Affären und Korruptionsvorwürfe. Infantino scheint nichts daran ändern zu wollen.


© Die Harke