„Berauscht vom Applaus der eigenen Echokammer“: Was die Tagesspiegel-Community über die AfD denkt
Rund 40 Prozent für die AfD: Wenige Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt liegt die Partei in den Umfragen deutlich vorn. Für Tagesspiegel-Nutzer Existenz demonstriert die AfD dabei „eindrucksvoll das Phänomen der populistischen Selbstrausch-Dynamik“. Die CDU folgt mit großem Abstand. Noch ist offen, ob die AfD daraus eine Regierungsmehrheit bilden kann. Klar ist aber schon jetzt: Dieser Wahlabend wird die politische Ordnung im Land verändern.
Sachsen-Anhalt steht damit vor einem politischen Einschnitt, der weit über das Bundesland hinausweisen dürfte. Was geschieht, wenn eine Partei, die bislang vor allem mit großen Versprechen und scharfer Abgrenzung von den anderen aufgetreten ist, plötzlich konkrete Verantwortung übernehmen muss? Und was sagt es über die bisherigen Regierungsparteien aus, wenn so viele Menschen der AfD ihre Stimme geben, ob aus Überzeugung, Protest oder aus Enttäuschung?
In der Tagesspiegel-Community geht es um die Frage, warum die AfD in Sachsen-Anhalt besonders erfolgreich ist und weshalb ihr Zuspruch bundesweit wächst. Einige erwarten, dass die Partei in Regierungsverantwortung an ihren Versprechen scheitert. Andere sehen die bisher regierenden Parteien in der Verantwortung dafür, dass die AfD für immer mehr Menschen attraktiv ist.
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Lesen Sie hier eine redaktionelle Auswahl aus der Tagesspiegel-Community:
ExistenzUlrich Siegmund und die AfD demonstrieren eindrucksvoll das Phänomen der populistischen Selbstrausch-Dynamik. Wer den Fraktionschef in Sachsen-Anhalt beobachtet, sieht keinen nüchternen Gestalter, sondern einen Akteur im politischen Schwulst – berauscht vom Applaus der eigenen Echokammer, abgehoben in eine schwärmerische Parallelrealität.
Wie ein abgedrifteter Künstler auf der Bühne, der die Energie des Publikums in einen Rausch verwandelt, verwechselt Siegmund die Klicks auf TikTok und das Beifallklatschen auf AfD-Kundgebungen mit der komplexen Wirklichkeit eines Bundeslandes. Wenn er Symbolpolitik auf dem Simson-Moped betreibt und von einer „Negativmigration“ fantasiert, inszeniert er eine Illusion.
Der fatale Realitätsverlust beginnt dort, wo er geglaubt wissen will, man könne per einfachem Sprechakt globale Dynamiken, verfassungsrechtliche Grenzen und wirtschaftliche Sachzwänge hinwegzaubern.
Ein Bundesland lässt sich nicht wie eine Social-Media-Story steuern. Die spröde Realität fragt nicht nach einfachen Slogans, sondern nach funktionierenden Krankenhäusern, gepflegten Senioren und einer handlungsfähigen Wirtschaft – Bereichen, die im demografisch........
