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Wenn der Kinderwunsch Grenzen verschiebt: Leihmutterschaft kann man rechtfertigen – aber nur in einer Form

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21.07.2026

Das eine sei die reine Lehre, das andere das echte Leben, hat Jens Spahn im Podcast „Ronzheimer“ gesagt, als er noch versuchte, die massive Diskrepanz zwischen den Überzeugungen seiner Partei und seinem privatem Handeln wegzuerklären. Als er noch versuchte, sein Amt zu retten.

Karin Christmann Karin Christmann ist stellvertretende Leiterin des Tagesspiegel-Hauptstadtbüros. Sie hält die Leihmutterschaft nach dem Modell Spahn für nicht vertretbar.

Nun braucht die Unionsfraktion im Bundestag einen neuen Vorsitzenden, und das Land steht vor der Frage: Kann es, soll es beim Verbot der Leihmutterschaft bleiben?

Selbstverständlich können zwei Männer gemeinsam wunderbare Väter sein, etwa von einem Adoptivkind. Aber darum geht es in der derzeitigen Debatte nicht. Der Fall Spahn hat einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt, dass etwas so Existentielles wie ein Kinderwunsch Menschen zu einem Handeln treiben kann, das sie eigentlich selbst ablehnen. Von dem sie im Inneren wissen, dass es falsch ist. Das ist nachvollziehbar, ändert aber nichts daran, was moralisch und politisch vertretbar ist – und was nicht.

Am Ende geht es um eines: die Bezahlung

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist ein furchtbares Schicksal. Zum Glück können Ärztinnen und Ärzte vielen Paaren helfen. Aber dabei muss es Grenzen geben, die sich nicht praktisch, sondern ethisch herleiten. Diese Grenzen machen die Kinderlosigkeit für manche........

© Der Tagesspiegel