Mysteriöse Aktivitäten auf FedEx-Konto: Ist Jeffrey Epstein noch am Leben?
Obwohl sich der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein 2019 laut US-Ermittlern das Leben nahm, leben die Aktivitäten auf seinem FedEx-Konto weiter. Recherchen der irischen Investigativ-Nachrichtenseite The Ditch zeigen: Noch 2024 wurde Epsteins Konto benutzt, um Pakete zu verschicken.
Der Fund wirft eine naheliegende Frage auf: Wer nutzte ein Benutzerkonto, das offiziell einem längst verstorbenen Kontoinhaber gehörte? Die Berliner Zeitung hat FedEx und das US-Justizministerium mit den Enthüllungen konfrontiert.
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Ausgangspunkt der Recherche waren die Millionen Dokumente aus dem Epstein-Komplex. Dabei soll dem Bericht zufolge das US-Justizministerium vergessen haben, die Anmeldedaten Epsteins zu einem FedEx-Konto zu schwärzen. Mittlerweile seien die Daten nicht mehr aufrufbar, heißt es weiter.
Kurz nach Veröffentlichung der Recherche sollen zudem mehrere Rechnungen aus dem FedEx-Konto gelöscht worden sein. Dabei soll es sich ausgerechnet um jene Versandbelege gehandelt haben, die die Aktivitäten aus dem Jahr 2024 dokumentierten.
Zum Zeitpunkt der Recherche soll das Konto jedoch weiterhin aktiv gewesen sein. Als Kontoinhaber war Jeffrey E. Epstein eingetragen, während seine ehemalige Buchhalterin Bella Klein als Administratorin des Kontos aufgeführt gewesen sein soll.
Ein Konto, ein Jet – und offene Fragen
Besonders brisant sind die Versanddaten selbst. Am 20. Mai 2024 wurde demnach ein Paket beim Produktsupport des Flugzeugherstellers Gulfstream in Savannah im US-Bundesstaat Georgia abgeholt. Die Sendung ging an „Plan D“ in Kennesaw, Georgia.
Dabei handelte es sich um eine mittlerweile aufgelöste Briefkastenfirma, die Epstein nutzte, um Vermögenswerte zu verwalten und Zahlungen zu tätigen, oft im Zusammenhang mit seinen kriminellen Aktivitäten. Unter anderem verwaltete die Firma einen seiner Gulfstream-Privatjets.
Der Jet geriet später erneut in den Fokus der Öffentlichkeit, nachdem er während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 2024 von Donald Trump genutzt worden war. Eine weitere Sendung vom 12. März 2024 zeigt den Versand eines 1,4 Kilogramm schweren Pakets an Empire Aviation in West Palm Beach, Florida. Wer diese Lieferungen autorisiert hat, geht laut dem Bericht aus den Unterlagen nicht hervor.
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Neben Versanddaten enthielt das Konto auch ein umfangreiches Adressbuch mit nahezu hundert Kontakten. Darunter befanden sich mehrere bekannte Personen aus Epsteins Umfeld – etwa Ghislaine Maxwell, die wegen sexuellen Missbrauchs und Menschenhandels zu einer zwanzigjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, sowie der französische Modelagent Jean-Luc Brunel und der US-Milliardär Les Wexner.
„Wir haben das Konto umgehend deaktiviert, sobald es uns zur Kenntnis gebracht wurde“, teilte FedEx auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. Warum ein Konto auf den Namen eines seit 2019 verstorbenen Kunden offenbar noch Jahre aktiv war, wer Zugriff darauf hatte und wer die dokumentierten Sendungen autorisierte, ließ das Unternehmen offen. Das US-Justizministerium reagierte auf eine Anfrage nicht.
