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1. FC Union Berlin: Horst Heldt erklärt die Gründe für Baumgarts Aus

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13.04.2026

Hinter Horst Heldt liegt ein ereignisreiches Wochenende. Zunächst musste der Manager des 1. FC Union Berlin mit ansehen, wie die Köpenicker mit 1:3 beim 1. FC Heidenheim unterlagen, sich beim Tabellenletzten über weite Strecken der Partie wie ein Absteiger präsentierten. Dann reifte mehr und mehr der Entschluss, sich von Trainer Steffen Baumgart zu trennen. Nach der Rückkehr in die Alte Försterei unterrichtete er den Coach vom Rauswurf.

„Wir haben die Eindrücke vom Samstag einfließen lassen. Ausschlaggebend war der Auftritt der Mannschaft in Heidenheim. Es war ein kraft- und ideenloser Auftritt, darüber hinaus war die gesamte Rückrunde mit nur zwei Siegen bislang nicht zufriedenstellend“, erklärte Heldt. Union hat in der zweiten Halbserie bislang nur gegen Leverkusen (1:0) und in Freiburg (1:0) gewonnen. Mit nur neun Zählern ist das in diesem Zeitraum ligaweit die drittschwächste Ausbeute. In der Vorrunde hatte Union 23 Punkte geholt und dabei mit Siegen gegen Stuttgart (2:1) oder Leipzig (3:1) aufhorchen lassen.

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Gleichzeitig rechtfertigte der 56-jährige Union-Manager das Vorgehen, Baumgarts Vertrag im Januar zu verlängern: „Der Trainer braucht eine starke Position in der Kabine, an der Seitenlinie und vor der Mannschaft. Steffen hatte die Mannschaft in der Saison zuvor in einer schwierigen Situation übernommen und am Ende souverän zum Klassenerhalt geführt. Auch die Entwicklung der Vorrunde war gut.“

Baumgart verabschiedete sich am Sonntag von seiner Mannschaft, die er knapp 16 Monate betreut hatte. Da wussten die Spieler schon, dass zumindest bis Saisonende Marie-Louise Eta das Kommando haben würde. „Sie war sofort bereit, die Aufgabe zu übernehmen, und hat sich sehr über das Vertrauen gefreut, das wir ihr signalisiert haben“, berichtete Heldt. Die 34-Jährige nimmt ab sofort die Vorbereitung auf das wichtige Spiel gegen den VfL Wolfsburg (Sonnabend, 15.30 Uhr, Stadion An der Alten Försterei) auf. Aus der U19, die sie bisher betreut hatte, bringt Eta Co-Trainer Andreas Kerwin mit. Aus dem bisherigen Trainerstab bleiben Sebastian Bönig (Co-Trainer), Michael Gspurning (Torwarttrainer) und Martin Krüger (Athletiktrainer) dem Klub erhalten. Gspurning kehrt den Eisernen am Saisonende den Rücken.

Heldt und Arbeit verurteilen sexistische Kommentare

Die sexistischen Kommentare, die es in den sozialen Netzwerken nach der Cheftrainer-Ernennung von Eta gegeben hatte, verurteilte Heldt entschieden: „Ich weigere mich, das zu lesen oder mich mit einem solchen Mist zu beschäftigen. Es ist Wahnsinn, dass wir uns in der heutigen Zeit überhaupt damit auseinandersetzen müssen.“ Auch Kommunikationschef Christian Arbeit, der neben Heldt Platz genommen hatte, äußerte großes Unverständnis für den Shitstorm, der zeitweise über den Verein hereingebrochen war: „Wir hätten uns das in diesem Ausmaß nicht vorstellen können. Es ist zum Teil unterirdisch, was dort geschrieben wurde. Man findet kaum Worte dafür.“

Horst Heldt wollte derweil nicht ausschließen, dass Marie-Louise Eta über das Saisonende hinaus zur Dauerlösung werden könnte, bestätigte aber gleichzeitig, dass sich der Verein schon in den nächsten Tagen mit weiteren Trainerkandidaten beschäftigen werde.

Eta kam am Montag zumindest öffentlich noch nicht zu Wort. Am Donnerstag (14 Uhr) ist sie Gesprächspartnerin in der Spieltagspressekonferenz. Für diese müssen sich Medienvertreter zum ersten Mal überhaupt vorzeitig anmelden. Der Verein rechnet mit einem großen Andrang.


© Berliner Zeitung