1. FC Union Berlin: Ex-Trainer Bo Svensson äußert sich zu seiner Entlassung
Mit Unverständnis hat Bo Svensson offenbar auf seine Entlassung beim 1. FC Union Berlin im Dezember 2024 reagiert. „Wenn man sich vor der Saison auf den Klassenerhalt einigt und mit sieben Punkten Vorsprung auf Platz zwölf entlassen wird – ist man dann gescheitert?“, fragte der Däne rhetorisch in einem Interview mit transfermarkt.de.
Nach einer 1:4-Niederlage bei Werder Bremen kurz vor Weihnachten musste er nach insgesamt nur 17 Pflichtspielen, 15 davon in der Bundesliga, vorzeitig seinen Hut nehmen. Mit ihm wurden auch seine Co-Trainer Babak Keyhanfar, Kristoffer Wichmann und Videoanalyst Tijan Njie freigestellt. Während zumindest Wichmann zwischenzeitlich als Cheftrainer bei Aalborg BK in Dänemark eine Anstellung fand, ist Svensson noch ohne neuen Job.
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„Ich finde diese Auszeiten auch mal schön, um die Akkus aufzuladen und Zeit für andere Dinge zu haben“, sagte Svensson. „Nach meiner Zeit in Mainz sind wir als Familie beispielsweise durch Kolumbien und die USA gereist. Aber auch während eines Engagements muss man sich bewusst Ruhezeiten nehmen, damit man Kraft und Energie an seine Spieler weitergeben kann. Das Trainer-Leben ist sehr ambivalent. Es gibt Tage, da bist du der gefeierte Held, und an anderen Tagen will man dich direkt vor die Tür setzen.“
Anfang des Jahres war er als möglicher Nachfolger von Horst Steffen bei Werder Bremen gehandelt worden, soll den Hanseaten trotz aufgenommener Verhandlungen letztlich aber abgesagt haben. Näher darauf eingehen wollte der 46-Jährige nicht: „Grundsätzlich möchte ich mich zu dem Thema nicht äußern. Es stimmt aber, dass ich in der Auszeit mit einigen Vereinen gesprochen habe.“
Auf seine Zeit in Berlin blickt er nicht mit Groll zurück. Vor allem die Heimspiele im Stadion An der Alten Försterei hat er in bester Erinnerung. „Ich habe die Zeit bei Union sehr genossen – vor allem mit der Mannschaft und bei den Heimspielen mit dieser besonderen Atmosphäre“, sagte Svensson, der mit den Eisernen unter anderem Borussia Dortmund schlug. Nach einem starken Saisonstart hatten viele Fans schon früh die Hoffnung, der Trainer könnte an die erfolgreichen Zeiten unter Urs Fischer anknüpfen, der den Klub von der Zweiten Liga bis in die Champions League geführt hatte.
Es folgte allerdings ein Einbruch mit neun sieglosen Pflichtspielen in Folge, angefangen mit dem blamablen Aus beim damaligen Drittligisten Arminia Bielefeld im DFB-Pokal. „Natürlich habe ich Fehler gemacht, etwa im taktischen Bereich oder bei Ein- und Auswechslungen. Aber Entwicklung bedeutet auch Rückschläge. Ich habe vom ersten bis zum letzten Tag versucht, mein Konzept konsequent umzusetzen“, ist Svensson trotz der bislang kürzesten Episode in seinem Trainerleben heute mit sich im Reinen.
