Viel Neues, alles beim Alten
Kommentar Viel Neues, alles beim Alten
Ein neuer Chefdirigent und eine miese Frauenquote: Beim Sinfonieorchester Basel wird viel erneuert und wenig gewagt.
Kathrin Signer Jetzt kommentieren 31.03.2025, 18.50 Uhr Drucken TeilenDer neue Chef am Pult Markus Poschner (links) mit Orchesterdirektor Franziskus Theurillat.
Bild: Bettina MatthiessenBeim Sinfonieorchester Basel werden andere Saiten aufgezogen: Ab kommender Saison übernimmt Markus Poschner die Position des Chefdirigenten, als Konzertdramaturg wird der Musikredaktor Benjamin Herzog amten. Überdies wird das Abo-System umgekrempelt und ein fünfjähriger Mahler-Zyklus aufgegleist.
Das vorgestellte Programm zeigt von dieser Zukunftsmusik allerdings nur ein fahles Echo: Geboten wird klassische Hausmannskost, lediglich in einem von acht Abokonzerten stehen Komponistinnen auf dem Programm. Zusammengerechnet kommt man auf exakt 22 Minuten Musik, die nicht von Männern komponiert wurden.
Dabei hatte sich deutlich gezeigt, dass weiblich dominierte Programme beim Publikum auf grossen Anklang stossen. Nicht zuletzt hatte der Orchesterdirektor Franziskus Theurillat gegenüber dieser Zeitung vor zwei Monaten betont, dass das SOB der Diversität eine «überdurchschnittlich grosse Bedeutung zumesse».
Es wäre höchste Zeit, den Worten Taten folgen zu lassen.........
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