Rassismus-Wirbel um Vinícíus Junior
Vinícíus Júnior ist einer der schillerndsten und zugleich umstrittensten Stars des modernen Fußballs. Der brasilianische Flügelspieler hat sich beim europäischen Schwergewicht Real Madrid vom hochveranlagten Teenager zum Schlüsselspieler entwickelt. Sein Durchbruch gelang ihm beim heimischen Klub Flamengo aus Rio de Janeiro, wo er bereits mit 16 Jahren im Profiteam debütierte. 2018 folgte der Wechsel nach Madrid für rund 45 Millionen Euro. Anfangs schwankten seine Leistungen. Spätestens mit der Auszeichnung zum Weltfußballer des Jahres 2024 schloss er sich der Kategorie „Weltklasse“ an.
Doch Vinícíus polarisiert auch auf andere Art und Weise. Sein extrovertierter Torjubel, die emotionale Gestik und gelegentlich theatralische Reaktionen auf Fouls sorgen für Kritik. Für die einen zeigt er brasilianische Spielfreude, für die anderen ist er ein Provokateur. Die Spannungen entladen sich besonders in Auswärtsspielen – nicht selten begleitet von verbalen Entgleisungen von den Rängen.
Mbappe bestätigt die Vorwürfe
Ein neuer Höhepunkt folgte im Hinspiel der Championsleague-Play-offs zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon. Vinícíus erzielte beim 1:0 den entscheidenden Treffer, allerdings sollte auf seinen darauffolgenden Jubel an der Eckfahne ein Eklat folgen: Benfica-Spieler Gianluca Prestianni soll ihn mehrfach mit dem spanischen Wort „mono“( „Affe“ ) beleidigt haben. Teamkollege Kylian Mbappé bestätigte die Vorwürfe öffentlich. Prestianni bestreitet die Anschuldigungen. Während seiner vermeintlichen verbalen Entgleisung hielt er sich sein Trikot vor den Mund.
Für zusätzliche Kritik sorgte Benficas Trainer Jose Mourinho. Mit relativierenden Aussagen: „Diese Dinge passieren immer in Stadien, in denen Vinícíus spielt“, sagte er und löste damit Empörung aus. Unter anderem auch bei FC-Bayern-Trainer Vincent Kompany, dem in einer 12-Minuten-Rede eindrucksvoll gelang, für eine Einordnung der Geschehnisse zu sorgen, sowie sachliche Kritik an den von Mourinho getroffenen Aussagen zu verüben. „Viní“, wie Teamkollegen und Fans Vinícíus Jr. nennen, selbst reagierte emotional auf den Vorfall: „Rassisten sind vor allem Feiglinge“, schrieb er auf seinen sozialen Plattformen. Welche Entwicklung der Skandal noch nimmt, wird sich am Mittwoch (25. Februar, 21 Uhr, DAZN) beim Rückspiel in Madrid zeigen. Fest steht nur, dass Gianluca Prestianni für dieses von der UEFA gesperrt wurde.
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