Der Skandal um Ex-Prinz Andrew zeigt: Wir wollen an Illusionen glauben, statt die Realität zu sehen
Der Skandal um Ex-Prinz Andrew zeigt: Wir wollen an Illusionen glauben, statt die Realität zu sehen
Nach der Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor wird klar: Die Royals sind keine bessere Oberklasse – sondern nur die glamourösere Variante des ganz gewöhnlichen Menschen.
Am vergangenen Freitag die Titelgeschichte in fast allen britischen Zeitungen: die Festnahme von Skandalprinz Andrew.
Monarchien sind keine historischen Relikte, sondern psychologische Dienstleister. Es gibt sie in erster Linie noch, weil sie für die Bevölkerung auf emotionaler Ebene nützlich sind.
So projiziert Otto Normalbürger seine eigenen Sehnsüchte nach einem sorgenfreien, besseren Leben auf die Adeligen seines Landes: Der König oder die Königin repräsentieren das Beste aus dem Kulturgut einer ganzen Nation. Sie sind Spiegel, in denen sich die Gesellschaften schöner sehen wollen, als sie sind.
In Grossbritannien ist der Spiegel nun zerbrochen. Ex-Prinz Andrew wurde am Freitag wegen seiner Rolle im Epstein-Skandal verhaftet. Er soll geheime Informationen an den Sexualstraftäter weitergegeben haben. Der tiefe Fall des Adeligen irritiert die Öffentlichkeit aber nicht so sehr wegen der Verfehlungen, sondern wegen des Zusammenbruchs der Illusion, dass es bei der Elite anständiger zugehe als beim Normalvolk.
Plötzlich bröckelt........
