Warum der Kultur die Breel Embolos fehlen
Warum der Kultur die Breel Embolos fehlen
In der Musik ist erlaubt, was im Fussball verboten ist. Aber kaum jemand traut sich noch, die Regeln zu brechen. Wieso bloss?
Wer in der Kunst eine rote Karte bekommt, hat vermutlich vieles richtig gemacht.
Ein Fussballspieler hat die Regeln gebrochen, las man. Das ist freilich unerhört, zumal er sich einen Beruf ausgesucht hat, in dem solche verbindlich gelten. Grosse Empörung also.
Er soll sich nun einsichtig zeigen, was er nicht macht, und somit die Empörung zusätzlich anheizt. Wobei sich innerhalb dieses Aufmerksamkeitsstrudels nicht mehr so genau differenzieren lässt, was ihm da eigentlich entgegenschwappt: Ist es nur Antipathie oder doch auch eine gewisse Faszination für den Unverbesserlichen?
Ein Feld, in dem solcherlei Tunichtgute und Querschlägerinnen historisch betrachtet nicht wegzudenken sind, ist die Kultur. Man könnte sogar sagen: Jede grosse Weichenstellung wurde dadurch angestossen, dass eine Künstlerin oder ein Künstler die Regeln brach oder – um noch einen Moment bei der Schwalbenmetapher zu bleiben – die Zuhörenden gezielt hinters Licht führte.
Als Strawinsky in Paris etwa seinen ganz und gar nicht heiligen «Sacre du Printemps» vorstellte, ging der Saal in Protesten auf, es kam zu handfesten Schlägereien,........
